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LSV Berlin kritisiert: SchülerInnen wurden in Schulen illegal eingesperrt | Drucken |  E-Mail
Schule & Uni
Montag, den 09. Juni 2008 um 12:11 Uhr
Am. 22. Mai protestierten 8000 SchülerInnen und Studierende gegen das dreigliedrige Schulsystem und zahlreiche Sparmaßnahmen, wie zum Beispiel das verkürzte Abitur in 12 Jahren. „Wegen der völlig überfüllten Klassen ist eine individuelle Förderung unmöglich. Auch deshalb bleiben immer mehr Schüler auf der Strecke“, erklärt Simon Jaltcek von der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, die zu diesem Streik- und Protesttag aufgerufen hatte. „Wir werden das nicht länger hinnehmen, die Politik muss an den Problemen endlich etwas ändern! Daran können uns auch Versuche einzelner Lehrkräfte und aus der Verwaltung, die Proteste zu unterbinden, nicht hindern!“
Niklas Wuchenauer von der Landesschülervertretung Berlin kritisiert die Behinderung der Protestaktion durch Verwaltung und Lehrkräfte: „Viele SchülerInnen mussten, um zur Demonstration kommen zu können, über Zäune klettern oder aus Fenstern springen, weil ihre Schulleiter die Türen abgeschlossen hatten. An der Mendelssohn-Bartholdy-Schule in Pankow wurden trotz Feueralarm ganze Klassen in Räumen eingesperrt!“ Dass viele Schülerinnen und Schüler sich gegen dieses illegale Verhalten gewehrt haben, zeigt nach Ansicht von Julia Sörens von der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, dass sie bereit sind, energisch für ihre Zukunft und ihre Rechte einzutreten!“, freut sich . „Auch am 12. Juni werden wieder tausende SchülerInnen und Studierende in ganz Deutschland demonstrieren,“ kündigt die Schülerin an.

Für den 12. Juni sind im gesamten Bundesgebiet Proteste geplant. „In mindestens 10 Städten, darunter Potsdam, Kassel, Hamburg und Tübingen, werden Schülerinnen und Schüler für eine gerechte Bildung auf die Straße gehen!“, erklärt Samuel Signer vom Bundesweiten Schulstreikbündnis. „Wir fordern die Rücknahme des Abiturs in 12 Jahren, kostenfreie Bildung für alle und ein eingliedriges Schulsystem.“ In Berlin wird es an Schulen lokale Aktionen und um 16 Uhr eine Kundgebung vor dem Roten Rathaus geben. Dort soll dem Senat ein Ultimatum mit den Mindestforderungen der Schülerinnen und Schüler für eine vernünftige Bildung gestellt werden.
 
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