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Die Kanzlerin wird es nicht richten – Schülerinnen und Schüler werden selbst aktiv | Drucken |  E-Mail
Schule & Uni
Montag, den 03. November 2008 um 12:14 Uhr
Am 12. November sind Zehntausende von Schülerinnen und Schüler bundesweit zu einem eintägigen Schulstreik aufgerufen, um gegen die unsoziale Bildungspolitik der Regierenden zu protestieren. Auch die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) unterstützt die SchülerInnen bei ihrem Protest für eine demokratische, gleiche und gerechte Schule, wie der Jugendverband in einer Pressemitteilung erklärt.

"Aus der Bundesrepublik Deutschland soll die Bildungsrepublik werden, wenn man unserer Kanzlerin Glauben schenken will. Auf dem Bildungsgipfel hatte man sich ganze zwei Stunden Zeit genommen um PISA Schock, Bildungsmisere und Facharbeitermangel in den Griff zu kriegen. Zählbares Ergebnis: Fehlanzeige.
Dabei liegt die Konsequenz auf der Hand: Schluss mit dem dreigliedrigen Schulsystem. Eine Schule für alle und Schluss mit den elitären abgekanzelten Schulformen wie den Gymnasien", heisst es in der Erklärung der SDAJ, deren Mitglieder sich vielerorts aktiv an der Vorbereitung der Aktionen beteiligen.

Weiter kritisiert der Verband die Auswirkungen der Rotstiftpolitik der Koalition aus SPD und CDU: "Die SchülerInnen in  allen Teilen Deutschlands  spüren die Auswirkungen der Sparpolitik in der gesamten Bildung jeden Tag: Lernen in überfüllten Klassen, mangelnde Ausstattung der Fachräume, kaputte Sportgeräte, geschlossene Schulhallen; kaputte Heizungen; undichte Dächer. Und natürlich müssen immer größere Mengen der Materialien und Bücher aus der eigenen Tasche bezahlt werden; dazu kommen Fahrtkosten und fehlende Schulmittagessen. Wegen Lehrermangel fallen immer wieder Stunden aus und Fächerkombinationen werden gestrichen. Prüfungsvorbereitung wird zum Privatvergnügen und privat bezahlte Nachhilfelehrer haben Hochkonjunktur. Auf der Strecke bleiben diejenigen, deren Eltern keine teuren Nachhilfelehrer bezahlen können, die schon nach der Grundschule aussortiert wurden, weil in Deutschland immer noch der Geldbeutel der Eltern über die Bildungschancen der Kinder entscheidet."

Gerade einmal zwischen fünf und sechs Prozent des Bruttoinlandproduktes gibt die BRD für Bildung aus. "Mit diesem Geld wird auch noch systematisch in Elitekonzepte investiert, während für die breite Masse der SchülerInnen nur ein paar Krümel übrig bleiben", kritisiert die SDAJ. "Das Geld reicht hinten und vorne nicht, überall werden notdürftig Löcher gestopft. Der ständige Geldmangel führt zu einer steigenden Konkurrenz unter den Schulen, bei der wieder die Schwächsten das Nachsehen haben."

„Uns reicht es!“ haben Schülerinnen und Schüler zwischen München, und Kiel, Essen und Berlin beschlossen und für den 12. November einen bundesweiten Schulstreik ausgerufen. An diesem Tag werden in ganz Deutschland Schüler und Schülerinnen im Klassenzimmer, in der Schule und vor der Schule Protest gegen diese Bildungspolitik üben und gemeinsam für ihr Recht auf Bildung demonstrieren. "Wir sehen nicht länger zu, wie uns durch Sparpolitik und Elitebildung die Zukunft verbaut wird. Wir fordern die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems, die Absenkung des Klassenteilers auf 20 SchülerInnen und die sofortige Einstellung von mindestens 20.000 Lehrern jährlich. Es ist Zeit sich zu wehren! Am 12. November haben wir die Chance zu zeigen, dass wir die Zustände an unseren Schulen nicht mehr hinnehmen", schreibt der Jugendverband abschließend.

Weitere Informationen unter:
www.schulaction.org, www.sdaj-netz.de

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