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Schülervertretung spricht sich gegen Schülerdatei aus | Drucken |  E-Mail
Schule & Uni
Freitag, den 12. Dezember 2008 um 10:52 Uhr
Die LandesSchüler_innenVertretung (LSV) Berlin weist die Pläne zur Einführung einer Schülerdatei zurück. Um die Schulorganisation zu verbessern, würde es reichen, wenn die Schulen kumulierte Daten an die Verwaltung senden würden. „Der Senat tritt die Bürgerrechte der Schüler mit Füßen – und das ohne einen vernünftigen Grund nennen zu können!“, meint Niklas Wuchenauer, Ratsmitglied der LSV Berlin, empört.

Die LandesSchüler_innenVertretung (LSV) Berlin kritisiert die Pläne des rot-roten Senats zur Einführung einer zentralen Schülerdatei. Laut Senat soll sie vor allem der Verbesserung der Schulorganisation dienen. „Die Einführung einer solchen Datenbank entbehrt jeder inhaltlichen Grundlage!“, kritisiert Niklas Wuchenauer. „Anstatt in Datensammelwut zu verfallen muss sich die Berliner Senatsverwaltung für Bildung endlich um die miserable Situation an Berliner Schulen kümmern!“ Die Forderungen der  8.000 protestierenden Schüler_innen in Berlin beim bundesweiten Schulstreik am 12.11. dürfen nicht einfach ignoriert werden.

„Wenn das Problem des Schulschwänzens wirklich gelöst werden soll, müssen Lehrer, Eltern und  Schüler zusammenarbeiten“, erklärt Lee Hielscher, Ratsmitglied der LSV. „Was wir brauchen ist eine Schule, die mehr auf die Interessen und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingeht. Wir brauchen mehr pädagogische Konzepte und weniger Polizei!“

„Es ist für uns absolut inakzeptabel, dass u.a. Daten über den sozialen Hintergrund jeder Schülerin und jedes Schülers, über sonderpädagogische Förderungen und Migrationshintergrund zentral gespeichert werden“, stellt Micha Schmidt, Ratsmitglied der LSV Berlin, fest. „Wie der Vorschlag des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung zeigt, gibt es auch andere Möglichkeiten, z.B. das Problem der Doppelanmeldungen in den Griff zu bekommen.“

Die LSV Berlin spricht sich deutlich für den Einsatz moderner Datenverarbeitungssysteme in der Schule aus. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Lehrer_innen und Schulleitungen bei ihren Aufgaben entlastet und unterstützt werden können. Aber das Recht auf informationelle Selbstbestimmung gilt für alle, auch für Schülerinnen und Schüler. Gegen die Schülerdatei und andere Missstände im Bildungssystem sind vergangenen Monat tausende Schüler_innen auf die Straße gegangen. Sie wollen keine Sammlung persönlicher Daten sondern eine bessere Bildung!

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