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Seit einer Woche haben Studierende begonnen, zentrale Hörsäle in Hochschulen wie Potsdam, Münster, Heidelberg, Marburg, München, Paderborn, Darmstadt, Mönchen-Gladbach, Greifswald, Dresden und Tübingen zu besetzen. Weitere Besetzungen sind geplant. Der Bundesweite Bildungsstreik hat damit eine neue Qualität erreicht. Dies zeigt, dass die Betroffenen sich weiterhin wehren und für eine freie, selbstbestimmte Bildung zu kämpfen bereit sind.
»Die Verschärfung des Protests ist die logische Folge der Ignoranz der politisch Verantwortlichen. Wir wollen echte Veränderungen im Bildungssystem, einen öffentlichen Diskurs darüber werden wir notfalls erzwingen«, so Michael Dunker, Student und engagierter Bildungsstreikender aus Münster.
Miteinander, nicht mehr nebeneinander
Der Bildungsstreik im Herbst wird auf einem anderen Niveau stattfinden. Erstmals soll es heute in Deutschland und Österreich zu gemeinsamen Bildungsprotesten kommen. Wo früher Studierendenschaften nebeneinander protestierten, ist heute ein internationaler Zusammenhang hergestellt. Probleme wie Überregulierung, zu hohe Arbeitsbelastung, Prüfungsdruck, Anwesenheitskontrollen, u.v.m. können nun gemeinsam angegangen werden. “Seit über 14 Tagen halten wir die größten Hörsäle der Unis in Österreich besetzt. Unsere Bewegung breitet sich weiter aus. Der “Bologna-Prozess” sorgt überall für die gleichen Probleme. Deshalb brauchen wir praktische Solidarität und gemeinsame Proteste in allen Ländern. Die grenzübergreifende Vernetzung und der internationale Aktionstag um den 17. November sind ein erster Schritt in diese Richtung”, so Robert Pospichal von der Technischen Universität Wien.
KMK muss Nachsitzen
Da sich die Kultusministerkonferenz (KMK) nach dem Bildungsstreik im Juni in Andeutungen ergeht, konkrete Vorschläge vermissen lässt und die SchülerInnen bewusst ignoriert, rufen die Bildungsstreik-Bündnisse zur Blockade der KMK am 10. Dezember in Bonn auf. Ihr Ziel ist es, unter anderem Kopfnoten und das G8-Turbo-Abitur endlich loszuwerden. Darüber hinaus fordern sie kostenlose Bildung für alle, kleinere Klassen und mehr Mitspracherechte. Alles das wird in der Erklärung der KMK mit keinem Wort erwähnt.
Paula Rauch, Schülerin in Berlin, meint dazu: »Wer 270.000 Menschen einfach ignoriert, muss Nachsitzen. Deshalb werden wir die nächste Gesprächsrunde der Kultusminister belagern.« Der Widerstand geht weiter!
Liste der Demonstrationen am 17. November in Deutschland (leider unvollständig)
Augsburg Demo ab 8.30 Uhr, Elias Holl Platz
Tübingen Kundgebung um 16.00 Uhr an der Neuen Aula, Geschwister-Scholl-Platz
Heidelberg Demo ab 12.00 Uhr, Zentralmensa Uni Heidelberg
Stuttgart evtl. spontane Schüler_innendemo
Ulm 10.00 Uhr Demo ab HBF
Konstanz Mobilisiert zum 21.11. zur Landesweiten Demonstration in Stuttgart
Bayreuth Demo am 17.11., Start: 14:00 am Rondell auf dem Uni-Gelände, Endkundgebung: gegen 16:00 vor dem Rathaus auf dem Luitpoldplatz.
München 9h Kundgebung U-Bahnhaltestelle “Universität” 10h Demo Reden von: Studis,Schülis,Azubis,Eltern,Erziehern
Eichstätt Besetzung der kath. Uni
Würzburg Aktion erst am 1.12.
Nürnberg Demo 11.30 Lorenzkirche
Regensburg 17.11. eine Kundgebung im zentralen Hörsaalgebäude. SchülerInnen, Elternvertreter und Studierende werden sprechen. Am 18.11. gibt es einen Flashmob, Vollversammlung ist 14:00h
Passau Kundgebung beginnt um 12.00 Uhr auf dem Mensavorplatz. Anschließend Demo durch die Stadt.
Coburg Kundgebung Schlossplatz, ev. Demo.
Berlin 17.11.:Pk um 9.00 Uhr aller Berliner Hochschulen in der FU im Hörsaal 1a Demo ab 11.00 Uhr, Rotes Rathaus
Potsdam Demonstration, 10.00 Uhr ab Neuer Lustgarten
Hamburg Kundgebung ab 16.30 Uhr ab Ida-Ehre-Platz Zusammenarbeit mir Kitas, Gewerkschaften, LehrerInnen Profs, Studis, Schülis. Besetzung wird andauern.
Marburg, Darmstadt, Frankfurt, Kassel fahren nach Wiesbaden
Wiesbaden Demo ab 11.00 Uhr, HBF. Ende: Kundgebung, Luisenplatz.
Rostock Kundgebung geplant
Greifswald Flashmob geplant
Münster Kundgebung ab 15.00 Uhr, Domplatz, Demo ab 16.00 Uhr.
Ibbenbüren Demo zwischen 8.00 und 9.00 Uhr ab HBF
Paderborn heute Abend Podiumsdiskussion im Audimax
Essen Demonstration, 10.00 Uhr ab Uni Campus
Duisburg SchülerInnendemo
Dortmund Kundgebung ab 16:00 Katharinenstr. “Aktionstag” mit Musik, Reden, Flashmobs, Filme & Videos aus Schulen
Bochum Kundgebung ab 14.00 Uhr ab HBF, zahlriche Flashmobs
Düsseldorf Demo ab HBF, 11.00 Uhr.
Köln Demonstration, Schüler ab Schillergym. 9.00 Uhr 9.30 Uhr gemeinsam mit den Studis ab Albertus-Magnus-Platz (Uni-Campus), 16.00 Vollversammlung
Aachen Demo ab 13.00 Uhr ab Elisenbrunnen
Bonn Demo 9.00 Uhr, ab Kaiserplatz (Nähe HBF), Ende: Marktplatz.
Bielefeld 15:00 Uhr Demonstration ab Rathaus
Wuppertal 12:00 Karlsplatz Demonstration
Krefeld/Mönchengladbach Seit 1 Woche besetzt Raum V1 neben Audimax Gründung “WG V1″ mobilisieren nach Düsseldorf
Soltau-Fallingsbostel mobilisiert nach Hannover
Hildesheim Demo ab 12.00 Uhr, An der Lilie, hinterm Rathaus, gemeinsam mit Gewerkschaften, danach Volxxküche in einem Hörsaal,
Lüneburg Uni ist besetzt, vielleicht Demo
Hannover zwei Demonstrationen a) 11.55 Uhr ab Opernplatz b) 12.00 Uhr ab Steintorplatz Arbeiten mittlerweile mit Schulen, Kitas und Hochschulen zusammen
Northeim (gehen nach Göttingen)
Trier Vollversammlung um 13.00 Uhr
Magdeburg Flashmob um 8.30 Uhr
Flensburg Vollversammlung um 10.00 Uhr im Audimax, Demo ab Audimax um 12.00 Uhr,
Kiel 18.11. Demo, weil Landtagspalamentssitzung GEW, DGB-Jugend, Azubis
Jena Demo um 10.00 Uhr ab Uni-Campus
Weimar Mittwoch ist Vollversammlung an der Uni um 13.30 in der Mensa oder im Audimax
Göttingen 18.15Uhr, (Lichter-)Demo (Studis treffen sich auf dem Zentralcampus, SchülerInnen vorm Neuen Rathaus)
Darmstadt eigene Demo um 9.30 am Luisenplatz, dann 10.30 mit dem Zug nach Wiesbaden zur landesweiten Demo
Mainz Demo um 11h am Hauptbahnhof.
Freiburg 10 Uhr ab dem Platz der Alten Synagoge
Osnabrück 11 Uhr Treffpunkt Schlossinnenhof
Infos: bildungsstreik2009.de
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