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Atomkraftgegner kritisieren Kostendebatte in Sachen Atomausstieg | Drucken |  E-Mail
Umwelt (GreenGlobe)
Montag, den 18. April 2011 um 14:38 Uhr

ausgestrahltZur Debatte um die Kosten der Energiewende erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: »Das Gerede von den Milliardenkosten des Atomausstiegs ist der Versuch, die Bevölkerung für dumm zu verkaufen. Denn unterm Strich profitiert die Gesellschaft nicht nur in Punkto Sicherheit, wenn die AKW stillgelegt werden. Die Energiewende ist auch ökonomisch ein Gewinn.«

Interessierte Kreise streuten gigantische Milliardenbeträge, mit denen ein Atomausstieg angeblich den Bundeshaushalt belasten wird. »Verschwiegen wird dabei, dass jede Investition in Wärmedämmung und erneuerbare Energien Arbeitsplätze schafft und zusätzliche Steuereinnahmen generiert, die schnell über der eingesetzten staatlichen Förderung liegen können«, so Stay

Ob die Strompreise für Endverbraucher durch eine umfassende Energiewende steigen, seiehr als fraglich. Denn die Stilllegung der AKW schwäche das Oligopol der vier Stromkonzerne, führezu mehr Konkurrenz und damit zu sinkenden Preisen, hofft der Anti-Atom-Aktivist. »Sollten trotz alledem die Strompreise für die Industrie steigen, dann löst das eine neue Welle von Investitionen in Energieeffizienz aus, die neue Arbeit schafft und gleichzeitig den Verbrauch soweit senkt, dass unterm Strich Gewinne möglich sind.«

Wer sich den Investitionen in die Energiewende verweigert und weiter auf Atomenergie setzt, riskiere deutlich höhere Kosten, wenn der nächste Reaktor durchbrennt. »Dann fallen nicht nur riesige Schadenssummen an, sondern es gilt auch der Satz: Atomkraft ist am teuersten – sie kostet das Leben.«

Am absurdesten in der aktuellen Debatte seien die Krokodilstränen, die Eon-Chef Johannes Teyssen am Wochenende vergossen habe: Er warnte vor zu hohen finanziellen Lasten für die Stromkonzerne, wenn die Atomkraftwerke stillgelegt werden. »Dabei verschweigt er, dass die großen vier – Eon, RWE, Vattenfall und EnBW – in den letzten Jahren zusammen 100 Milliarden Euro Gewinn erzielt haben. Damit ließe sich jedes noch so ehrgeizige Energiewende-Szenario finanzieren.«

Die Kosten-Debatte zeige, dass die Atomlobby aus ihrer Schockstarre nach dem Beginn der Fukushima-Katastrophe erwacht ist. Deshalb gehen heute am frühen Abend erneut in mehreren hundert Städten Atomkraftgegner auf die Straße. Und am Ostermontag finden an zwölf Atom-Standorten Großdemonstrationen statt, damit diese gefährlichen Anlagen endlich stillgelegt werden.


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