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In 57 Städten im ganzen Bundesgebiet protestierten gestern am sog. „Castor-Aktionstag“ Atomkraftgegner gegen den für Ende November geplanten Castor-Transport nach Gorleben. Allein in NRW nahmen mehrere Hundert Atomkraftgegner aus verschiedenen lokalen Initiativen an den Protesten teil. In 15 Städten NRW’s wurde mit phantasievollen Aktionen auch gegen die für 2012 geplanten Atomtransporte vom Forschungszentrum Jülich in das Zwischenlager Ahaus demonstriert. „Das war ein gelungenes „Warm Up“ zum richtigen Zeitpunkt für die kommenden Proteste im Wendland und an der Castorstrecke Jülich-Ahaus, wir konnten viele tausend Menschen über die gefährlichen Atomtransporte und die ungelöste Endlagerfrage informieren“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
„Wir werden es nicht tolerieren, dass viele Atomanlagen weiter laufen, dass gefährlicher Müll durch die Gegend gekarrt wird und dass die Atommülllagerung zum Atommülltourismus wird. Die Bundesregierung und das Forschungszentrum Jülich wollen diese sinnlosen Transporte unbedingt durchziehen – und die Landesregierung NRW kommt ihrer Ankündigung die Transporte zu verhindern nicht nach - deswegen müssen wir selber handeln,“ so Heiner Möllers von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.
Trommelnd, Informationen verteilend und mahnend wurden die Passanten in Sterkrade, Oberhausen und am Centro auf die Gefahren im Zusammenhang mit den Transporten und dem Müll aufmerksam gemacht. In der Duisburger Innenstadt informierte der BUND auch über die Gefahren der örtlichen Konditionierungsanlage der GNS, in Mönchengladbach zog symbolisch ein „Strahlenzug“ durch die Innenstadt, in Jülich wurde die Zufahrt am Forschungszentrum blockiert und aktuell eine vollständige Aufklärung der Öffentlichkeit über 2 Störfälle im August im AVR-Behälterlager Jülich angemahnt, in Ahaus demonstrierten Atomkraftgegner an der Autobahnabfahrt Legden an der A31, in Köln/Ehrenfeld bekräftigten die Teilnehmer einer Kundgebung ihre Entschlossenheit weiterhin für die sofortige Schließung aller Atomanlagen zu kämpfen. In Gronau machten die Teilnehmer einer „musikalischen“ Mahnwache auf die ständigen hochgefährlichen Urantransporte in NRW aufmerksam.
„Ab morgen werden wir massiv für die Teilnahme an den Protesten im Wendland mobilisieren. Der Standort Gorleben ist für eine Endlagerung nachweislich völlig ungeeignet, er darf nicht durch weitere Castortransporte zementiert werden, sondern muss endlich aufgegeben werden“, so Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages gegen Atomtransporte hat auch in Gronau am Wochenende eine Protestaktion stattgefunden. Rund 15 Personen, darunter auch Ratsmitglieder der Stadt Gronau, demonstrierten am Samstag vor dem Gronauer Bahnhof. Die Urananreicherungsanlage im Gronauer Stadtosten ist Ziel und Abfahrtsort zahlreicher hochgefährlicher Urantransporte. Und im Gronauer Bahnhof wurden wiederholt Castor-Atommüll- und Urantransporte umrangiert.
In einem Informationsblatt des Arbeitskreises Umwelt (AKU) Gronau, das während der Aktion an Bahnreisende verteilt wurde, heißt es: "Durch Gronau fahren häufig Sonderzüge und LKW-Konvois mit Uranhexafluorid: Die Sonderzüge fahren mitten durch die Stadt, vorbei am Schulzentrum an der Laubstiege, durch Epe und den Eper Bahnhof. Die Uran-LKW fahren über den Heerweg, über die Ochtruper Straße und über weitere Gronauer Straßen. Nach einem Transportunfall mit Uranhexafluorid-Freisetzungen müsste innerhalb von wenigen Minuten (je nach Witterung) im Umkreis von mehreren Kilometern die Bevölkerung evakuiert werden. Das aber ist nicht machbar. Feuerwehr, THW und DRK werden im Vorfeld nicht über die gefährlichen Transporte informiert und wären im Ernstfall völlig überrascht."
Bereits am nächsten Sonntag, 6. November, findet in Gronau die nächste Aktion gegen die Urananreicherungsanlage und für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen statt: Um 15.00 Uhr beginnt dann eine Kundgebung vor der Urananreicherungsanlage (Röntgenstraße 4). Wie bereits bei der Mahnwache am Bahnhof wird Theo Bockholt (Gronau) mit engagierter Saxophonmusik die Kundgebung am 6. November umrahmen.
Der AKU Gronau betont: Protest gegen den Betrieb der Gronauer Urananreicherungsanlage ist dringend erforderlich, denn: Immer wieder ereignen sich in der Anlage Pannen, in der Anlage fällt in großen Mengen Atommüll an, neben der Anlage dürfen im Container-Freilager rund 40.000 Tonnen abgereichertes Uranhexafluorid (= Uranmüll) gelagert werden und an der Kaiserstiege, versteckt hinter einem Erdwall, wird jetzt zudem eine Halle für 60.000 Tonnen Uranoxid (= Uranmüll) gebaut.
Abschließend warnt der AKU: "Wenn der atomare Wahnsinn in Gronau nicht gestoppt wird, lagern in wenigen Jahren in Gronau rund 100.000 Tonnen Uranmüll." Und die einhellige Meinung der Demonstrantinnen und Demonstranten: "Dazu sagen wir NEIN!"
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