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Räumung der Sitzblockade vor Gorleben hat begonnen | Drucken |  E-Mail
Umwelt (GreenGlobe)
Montag, den 28. November 2011 um 17:13 Uhr

Auch Greenpeace blockiert die Strasse. Foto: Annett Melzer / PubliXviewinGDie gewaltfreie Kampagne X-tausendmal quer protestiert gegen das brutale Vorgehen der Polizei bei der Räumung ihrer Sitzblockade auf der Strasse zwischen Dannenberg und Gorleben: »Die Polizei trägt die Sitzblockierer nicht weg, sondern fügt ihnen Schmerzen zu, damit sie laufen. Eile beim Castor-Transport rechtfertigt nicht die Anwendung von Gewalt. Würde die Polizei auch Autos zertrümmen, die falsch parken? Wir bleiben entschlossen und gewaltfrei. Wir fordern von der Polizei angemessenes Verhalten.« Zuvor hatte die Pressesprecherin der Kampagne, Luise Neumann-Cosel, zu der um 16 Uhr begonnenen Räumung der Sitzblockade durch die Polizei erklärt: »Wir blockieren seit 26 Stunden die Straße zum Atommüll-Zwischenlager, um zu verhindern, dass unrechtmäßig Atommüll eingelagert wird. Wir werden dem Castor-Transport nicht freiwillig weichen und uns ihm gewaltfrei widersetzen. Der Streit um die Atomenergie ist nicht polizeilich zu lösen. Der Konflikt braucht eine politische Lösung, die nur ein echter Ausstieg aus der Atomenergie sein kann, die nur ein Stopp der weiteren Produktion von Strahlenmüll sein kann.«

 

Der starke Widerstand in diesen Tagen habe bewiesen, dass der Konflikt nicht gelöst ist. »Wir fordern, alle Atomkraftwerke abzuschalten und das marode Atommüll-Lager Gorleben endlich aufzugeben.«

X-tausendmal quer ist eine bundesweite Anti-Atom-Initiative, die die gewaltfreie Sitzblockade gegen den Castor-Transport nach Gorleben organisiert. Die Initiative blockierte 1997 zum ersten Mal einen Castortransport. Damals saßen 9000 Menschen auf der Straße in Dannenberg gleich am Anfang der Straßenstrecke. Vergangenes Jahr wurde die Straße vor dem Zwischenlager 46 Stunden blockiert.

Gleichzeitig haben sich vier Greenpeace-Aktivisten in Klein Gusborn zwischen Dannenberg und Gorleben in einem Transporter auf der Straße im Asphalt festgemacht. Eine Durchfahrt ist den elf Castorbehältern auf ihrem Weg vom Verladebahnhof in Dannenberg in das Zwischenlager Gorleben somit versperrt. Auf einem Banner steht »Ausstieg aus Gorleben - Castor Stopp«. Die Aktivisten protestieren damit gegen den Castortransport ins Wendland und die verlogene Atommüllpolitik der Bundesregierung. »Dieser Castoren haben in Gorleben nichts zu suchen. Der Transport ist illegal«, so Tobias Münchmeyer, Atomexperte von Greenpeace. »Der Strahlengrenzwert wird bis Jahresende überschritten, weiterer Atommüll darf hier nicht gelagert werden. Die Genehmigung des Castortransports ist rechtswidrig.« Die Polizei hat vor dem fixierten Transporter ein Sichtschutz aufgebaut. Haben die Beamten was zu verbergen?

Greenpeace hatte bereits am 1. November Strafanzeige gegen den niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) wegen der Freisetzung ionisierender Strahlen gestellt. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg lehnte die Strafanzeige zwar ab, gegen den Ablehnungsbescheid hat die unabhängige Umweltschutzorganisation jedoch vergangenen Donnerstag Beschwerde eingelegt. »Die Begründung der Staatsanwaltschaft ist äußerst fadenscheinig und lässt mangelnde Sachkenntnis erkennen«, sagt Münchmeyer. »Wir sind der Meinung, dass Sander sich einer Straftat schuldig gemacht hat, als er die weitere Einlagerung von Atommüll in das Zwischenlager Gorleben genehmigte.«

 


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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 28. November 2011 um 17:48 Uhr