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Atomausstieg - Auf einem guten Weg | Drucken |  E-Mail
Umwelt (GreenGlobe)
Sonntag, den 25. Dezember 2011 um 12:09 Uhr

RedGlobe - Bilanz 2011Vor einem Jahr wollten Bundeskanzlerin Angela Merkel, ihr Umweltminister Norbert Röttgen und die verschworene Gemeinschaft aus schwarz-gelber Koalition, Atommafia und bestellten Gutachtern nicht auf die "Brückentechnologie" Atomkraft verzichten. Ende vergangenen Jahres peitschten sie die Verlängerung der AKW-Laufzeiten der AKWs durch den Bundestag - und hebelten damit den ohnehin windelweichen "Atomkompromiss" der einstigen rot-grünen Bundesregierung aus. Doch dann kam wie aus heiterem Himmel der GAU von Fukushima - und über Nacht präsentierte sich Merkel als Atomkraftgegnerin. Acht Reaktoren wurde abgeschaltet oder nicht wieder ans Netz gelassen.

Für die Atomkraftgegner bleibt jedoch auch 2012 genug zu tun, wie die rührige Initiative ausgestrahlt feststellt. So soll das AKW Grafenrheinfeld erst zum Jahreswechsel 2015/2016 vom Netz, Gundremmingen B erst 2017/2018 und Philippsburg II nicht vor 2019/2020. Erst zum 31.12.2021 sollen Gundremmingen C, Brokdorf und Grohnde folgen. Sylvester 2022/2023 dann Neckarwestheim II, Lingen und Ohu II (Isar). Das sei angesichts der immensen Atomgefahren deutlich zu lang, kritisiert die Initiative.

Zudem wird trotz eines vorgeblichen Erkundungsstopps der völlig ungeeignete Salzstock im Wendland weiter zum Atommüllendlager ausgebaut. Die groß angekündigte Suche nach alternativen Standorten findet bislang nicht statt, während im November erneut ein Castor-Transport nach Gorleben rollte.

Dieser Atommülltransport von La Hague nach Gorleben war mit fast 126 Stunden deutlich länger unterwegs als jeder andere Transport zuvor. Dafür sorgten die massenhaften Proteste im Wendland und weit darüber hinaus. So gab es erstmals schon zur Abfahrt der Castoren in Frankreich Blockadeaktionen.

An der Großdemonstration in Dannenberg am 26. November beteiligten sich 23.000 Menschen, zugleich waren bereits 2.500 AktivistInnen an der Schienenstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg unterwegs. Damit war dies die zweitgrößte Protestveranstaltung im Wendland in fast 35 Jahren Streit um Gorleben. Nur im Ausnahmejahr 2010, kurz nach dem Laufzeitverlängerungs-Beschluss des Bundestages, waren die Zahlen noch größer.

In der Nacht zum Sonntag waren zudem im Rahmen der großen „WiderSetzen“-Sitzblockade bei Harlingen wieder fast 5.000 Menschen auf den Schienen – genauso viele wie im Jahr zuvor. Insgesamt sprach die Polizei-Einsatzleitung von über 100 Blockadeaktionen auf der Strecke.

Damit hatten Medien und Politik nicht gerechnet. Viele dachten, mit dem Bundestagsbeschluss zur Stilllegung von acht AKW sei die Zeit der Anti-Atom-Proteste vorbei. Sie wurden eines Besseren belehrt. So auch der grüne Ministerpräsident von Baden-Württember, Winfried Kretschmann, der die Sinnhaftigkeit der Proteste in Zweifel zog. Jochen Stay von ausgestrahlt kritisierte dies bei der Kundgebung in Dannenberg: „Genau das haben wir schon einmal gehört, vor zehn Jahren, von Jürgen Trittin. Und wir wissen, wie es damals ausgegangen ist: Viele sind im guten Glauben an den Ausstieg nicht mehr demonstrieren gegangen. Und so wurde der gesellschaftliche Raum freigegeben für die Laufzeitverlängerungs-Pläne der Atomkonzerne. Lieber Winfried Kretschmann. Es ist der grünen Partei unbenommen, den gleichen Fehler zweimal zu machen. Aber verlang doch bitte nicht von uns, dass wir genauso bescheuert sind.“


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