| Bayernpartei: »arroganter seltsamer Freistaat im Süden« | | Drucken | |
| Wahlen 2009 |
| Donnerstag, den 04. Juni 2009 um 14:33 Uhr |
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Wir haben die Plakate, die in den letzten Tagen u.a. in Berlin aufgetaucht sind, zunächst für einen Scherz gehalten. Unter der Losung »Für ein Deutschland ohne Bayern« wird dort vorgeschlagen: »Wollt ihr nicht auch die Bayern loswerden? Dann wählt die Bayernpartei«. Eine passende Homepage gibt es auch: www.bayern-loswerden.de. Auf unsere Anfrage, wie die »offizielle« Bayernpartei dazu steht, erhielten wir keine Antwort aus München, aber ein Blick auf den Domain-Eigentümer belehrte uns, dass die Seite tatsächlich von der BP selbst eingerichtet worden ist.
Urheber der Kampagne ist offenbar der Münchner BP-Stadtrat Thomas Hummel, der in seinem Blog schreibt: »Manchmal strahlen fundamentale mathematische Gesetze auch auf die Politik aus. So kann man etwa folgende Gleichung aufstellen: Bayern ohne Deutschland = Deutschland ohne Bayern Für ersteres steht die Bayernpartei seit über 60 Jahren, letzteres wäre ein Nebeneffekt, der uns relativ egal ist, der aber im innerdeutschen Ausland durchaus hohe Wellen schlägt. Und darum haben wir ihn auch zur Europawahl extra für unsere außerbayerischen Wähler thematisiert.« Dazu gebracht hätten ihn die Erfahrungen aus dem Bundestagswahlkampf 2005, als der Wahlwerbespot der nur in Bayern antretenden Bayernpartei bundesweit ausgestrahlt wurde: »Die Reaktion war überwältigend. Unser damaliges Internetforum lief innerhalb weniger Minuten über. Manche wünschten uns zum Teufel, andere hielten uns für totale Spinner, jeder zweite Beitrag drehte sich um verquere König-Ludwig-Analogien und so weiter. Und ein ganz erheblicher Teil der Zuschriften wollte Bayern lieber heute als morgen loswerden und versprach uns ihre Wahlstimme. Leider läßt das Bundestagswahlrecht ausschließlich Landeslisten zu und daher sind wir naheliegenderweise nur in Bayern angetreten. Anders dagegen bei der kommenden Europawahl, dort sind wir bekanntlich in ganz Deutschland wählbar. Und darum haben wir nach einiger interner Diskussion auch beschlossen, zumindest in Norddeutschland mit dem Slogan „Bayern loswerden!“ zu werben. Auf einer Plakatserie sieht man auch ein Paar in bayerischer Tracht, das den „Preißn“ zum letzten Abschied noch einmal zuwinkt. Dazu gab es dann noch einen Radiospot im NDR, der Klischees über Bayern, Platitüden und auch einige handfeste antibayerische Ressentiments zum Inhalt hatte.« Und so heißt es auf der Homepage: »Mal ehrlich, nervt Bayern uns nicht alle? Ich meine jetzt nicht nur den arroganten millionenschweren Fußballclub, sondern den genauso arroganten seltsamen Freistaat im Süden. Allein die „Sprache“, wenn man dieses geistlose Gebrabbel so nennen will, ist eine Zumutung für jeden kultivierten Deutschen. Und dann bilden sie sich darauf auch noch etwas ein und freuen sich ’nen Ast, wenn man rein gar nichts davon versteht. Trotzdem glauben sie ernsthaft, sie seien etwas besseres. Nur, weil sie sinnlose Berge und langweilige Seen haben und dafür ein paar Arbeitslose weniger. Ihre tolle Wirtschaft haben ihnen übrigens die Norddeutschen mit Milliarden aus dem Länderfinanzausgleich erst aufgebaut, aber davon redet ja heute keiner mehr. Vorher gab es außer Milchwirtschaft und ungeheuer produktiver Lederhosen- und Schnupftabakindustrien nämlich so gut wie gar nichts in Bayern. (...) Aber jetzt haben wir endlich eine Chance, die Bajuwaren loszuwerden: Bei der Europawahl tritt die Bayernpartei mit einer Bundesliste an, ist also in ganz Deutschland wählbar. Und ihr Hauptziel hört sich richtig verlockend an – sie will Bayern von Deutschland abspalten!« Auch in Bayern scheint diese Wahlwerbung gut anzukommen. In der Online-Ausgabe der Münchner »Abendzeitung« kommentiert jemand: »Is zeid worn, das endlich oa a hirn zoang. Aba zerst mias ma olle andern nausschmeissn. Mai sdim habts, goa koa frag«... Neuere Artikel:
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