| Erfolg der GDL: Arbeitszeitverkürzung und mehr Lohn | | Drucken | |
| Wirtschaft & Gewerkschaft |
| Montag, den 14. Januar 2008 um 11:22 Uhr |
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Die am Wochenenende erzielte Einigung zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und dem Vorstand der Deutschen Bahn AG könnte eine Trendwende in der deutschen Tariflandschaft bedeuten - wenn die DGB-Gewerkschaften bereit sind, die richtigen Schlußfolgerungen aus dem Ergebnis zu ziehen. Nach zehnmonatigen Verhandlungen, mehreren Tagen Streik und der unmißverständlichen Androhung eines unbefristeten und umfassenden Streiks hat die GDL einen Abschluß erreicht, den es so oder ähnlich lange nicht mehr gegeben hat: 11 Prozent mehr Lohn bei einer Arbeitszeitverkürzung um eine Stunde - und das ganze bei einer Laufzeit, die gerade einmal bis zum Januar kommenden Jahres reicht.
Wie GDL-Chef Manfred Schell am Sonntag bei einer Pressekonferenz mitteilte, haben Hauptvorstand und Tarifkommission der Gewerkschaft einstimmig grünes Licht für die Vereinbarung gegeben. Obwohl noch Punkte offen sind, schloß Schell weitere Streiks "zu 99 Prozent" aus. In einem Gespräch, zu dem Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee geladen hatte, einigten sich Schell und DB-Chef Hartmut Mehdorn auf Eckpunkte für einen eigenständigen Lokomotivführertarifvertrag. Die Lokomotivführer erhalten eine Einmalzahlung von 800 Euro für den Zeitraum vom 1. Juli 2007 bis zum 29. Februar 2008, eine Entgeltvolumenerhöhung um acht Prozent ab 1. März 2008 und nochmals um drei auf dann elf Prozent vom 1. September 2008 bis zum 1. Februar 2009. Ab 1. Februar 2009 verringert sich die wöchentliche Arbeitszeit um eine Stunde auf 40 Stunden bei gleichem Entgelt. Zusätzlich wird ab 1. März 2008 eine neue Entgeltstruktur für Lokomotivführer eingeführt, die Berufserfahrung und Qualifikationen berücksichtigt. Dadurch liegt die Spannbreite der jeweiligen individuellen Lohnerhöhungen der Lokomotivführer zwischen sieben und fünfzehn Prozent. Der eigenständige Tarifvertrag soll bis zum 31. Januar 2008 ausformuliert werden. Es ist unwahrscheinlich, dass die Abschlüsse im öffentlichen Dienst und anderen Branchen, in denen ver.di, IG Metall und andere Gewerkschaften in diesem Jahr Tarifverhandlungen führen, zu ähnlichen Abschlüssen kommen wird, denn bereits die Forderungen der DGB-Mitgliedsorganisationen liegen unter dem, was die Lokführer erreicht haben. Quelle: GDL / RedGlobe |



