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Arbeitgeber zwingen Gewerkschaften zur Fortsetzung der Streiks | Drucken |  E-Mail
Wirtschaft & Gewerkschaft
Donnerstag, den 28. Mai 2009 um 20:07 Uhr
Die Tarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) wurden am späten Abend des 27. Mai nach zehn Stunden ergebnislos beendet. Das Angebot der Arbeitgeber zum Gesundheitstarifvertrag biete keine Grundlage für weitere Gespräche, stellte die ver.di-Verhandlungskommission fest. ver.di sei jederzeit bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, wenn die VKA ein verhandlungsfähiges Angebot vorlege.

"Das, was uns die Arbeitgeber vorgelegt haben, beinhaltet keine Rechte für die Beschäftigten. Es enthält lediglich Kann-Regelungen. Gesundheitsschutz soll nach Belieben erfolgen", kritisiert ver.di-Bundesvorstandsmitglied Achim Meerkamp. "Mit ihrer Hinhaltetaktik, die nur den Anschein eines Angebots bezweckt, um der Öffentlichkeit weiszumachen, dass sie an einer Lösung interessiert sind, zwingen die Arbeitgeber die Gewerkschaften, den Streik fortzusetzen." ver.di wolle Lösungen für die Beschäftigten, die ihnen in ihrem Arbeitsalltag helfen, gesund ihrer Aufgabe nachzugehen, Kinder zu betreuen und sie zu fördern. Dazu bedürfe es konkreter Regelungen für Gesundheitsmaßnahmen und keiner Scheinangebote. Beim Gesundheitsschutz würden die Arbeitgeber in Bezug auf körperliche Erkrankungen am Status quo festhalten und keine Verbesserung der Situation vorantreiben. Psychische Belastungen beispielsweise durch Arbeitsverdichtung blieben bei den Arbeitgebern unerwähnt, obwohl es hier dringend Abhilfe bedürfe - unter anderem durch Prävention, Behandlungen und auch Maßnahmen wie Personalaufstockungen.
ver.di verlange, dass die VKA ein grundsätzlich verbessertes Angebot zum Gesundheitsschutz vorlege, um damit die Arbeitsbedingungen für die Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen zu verbessern, betonte der Gewerkschafter. Es sei in der Hand der kommunalen Arbeitgeber, durch ernst zu nehmende Verhandlungen den Streik zu beenden.

Zur Verbesserung der Gehälter im Sozial- und Erziehungsdienst, über die gestern im Rahmen der Eingruppierungsverhandlungen gesprochen werden sollte, legten die Arbeitgeber kein neues Angebot vor. Das bereits vorliegende Angebot aus der dritten Verhandlungsrunde beurteilte Meerkamp als indiskutabel und völlig unannehmbar.

Am heutigen Donnerstag finden bundesweit Streiks für einen Gesundheitstarifvertrag statt, an denen sich rund 15.000 Beschäftigte aus Kitas, Jugendeinrichtungen und Sozialämtern beteiligen. In der kommenden Woche werden die Streiks im Wechsel in unterschiedlichen Bundesländern durchgeführt. Der Streikschwerpunkt liegt am 2. und 3. Juni in Nordrhein-Westfalen. Mit einer veränderten Streikplanung will ver.di die Eltern entlasten, damit sie nur für kurze Zeit von Kitaschließungen betroffen sind.

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