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Bertelsmann-Drucker im Streik | Drucken |  E-Mail
Wirtschaft & Gewerkschaft
Samstag, den 17. September 2011 um 20:52 Uhr

Streik bei PrinovisSeit dem 27. Juni befinden sich Teile der Belegschaft der Bertelsmann-Druckerei PRINOVIS Nürnberg im Streik für einen Anerkennungs- und Sozialtarifvertrag. Am 15.09.2011 demonstrierten die Streikenden, unterstützt von vielen Kolleginnen und Kollegen aus Nürnberger Betrieben, gegen den geplanten Personalabbau. Sie wehren sich dagegen, dass die 140 von der Geschäftsleitung zur Kündigung vorgesehenen ArbeitnehmerInnen genau aus dem Kreis derer exekutiert werden sollen, die zuvor das „Bündnis2“ nicht unterschrieben haben. „Dies wäre aber eine gesetzeswidrige Umgehung des Kündigungsschutzgesetzes“, erklärt Josef Peitz von ver.di.



Besonders kritisiert wird von den Streikenden, dass die seit Wochen andauernden Verhandlungen um Interessenausgleich und Sozialplan hinter verschlossenen Türen stattfinden. Jegliche Aufforderung zur Information an die Belegschaft über den Stand der Verhandlungen wird vom Betriebsratsvorsitzenden Scharrer mit der Bemerkung, er gebe „keine Wasserstandsmeldungen“, abgebügelt. Zwischenzeitlich hat die Geschäftsleitung die Verhandlungen für gescheitert erklärt, jetzt soll es eine Einigungsstelle richten.

Bei den Kundgebungen versicherten Vertrauensleute aus Metallbetrieben sowie aus verschiedenen ver.di-Bereichen den Streikenden ihre Solidarität. Dieses „Bertelsmann-System“ müsse gestoppt werden, erklärte ver.di-Fachgruppenleiter Josef Peitz in seiner Rede. „Wer nicht pariert - fliegt raus! Diejenigen, die dem Druck nachgegeben haben, sollen geschützt sein gegen Kündigung – sie haben für ihre Verzichtsleistung das Versprechen einer Beschäftigungssicherung erhalten. Und für die, die sich dem widersetzt haben, muss eine „Bestrafungsaktion“ her. Also sollen 140 von denen gekündigt werden, die sich der Erpressung widersetzt haben. Das werden wir den Bertelsmann-Managern nicht durchgehen lassen!“

Der Streik werde fortgesetzt, erklärte Hans Killer von der betrieblichen Streikleitung, der in seiner Rede auf die Ursachen der Krise einging. „Bei den vorhandenen Überkapazitäten werden noch mehr Firmen pleite gehen und alle Unternehmen werden die Rationalisierung noch weiter verschärfen. Da ist es eine Lüge der Unternehmer, dass unsere Arbeitsplätze sicher seien, wenn wir nur auf genügend Lohn verzichten.“

 


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