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Luxemburger Kommunisten ehren Sowjetarmee am 65. Jahrestages des Sieges über den Faschismus | Drucken |  E-Mail
Luxemburg
Samstag, den 08. Mai 2010 um 21:54 Uhr

KPL ehrt Tag der BefreiungHeute vormittag hat die Kommunistische Partei Luxemburgs zu einer Gedenkfeier am russisch-sowjetischen Ehrenmal in der Arbeiterstadt Esch/Alzette eingeladen. Der KPL-Vorsitzende Ali Ruckert betonte in einer kurzen Ansprache, daß es gerade am 65. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus darauf ankomme, »allen Geschichtsfälschungen und allem Geschichtsrevisionismus zum Trotz daran zu erinnern, daß es die Sowjetunion war, die die Hauptlast des Krieges gegen den Faschismus getragen hat, und daß das russische Volk und all die anderen Völker der Sowjetunion, die Rote Armee und die Kommunistische Partei der Sowjetunion große Opfer dafür gebracht haben, den Hitlerfaschismus vernichtend zu schlagen und die europäischen und asiatischen Völker vom Faschismus zu befreien.«

Am russisch-sowjetischen Denkmal, das vor 53 Jahren in der Staat Esch errichtet worden war, um der 52 Sowjetbürger – gefangengenommene Soldaten und aus Rußland verschleppte Arbeiterinnen und Arbeiter – zu gedenken, die auf Escher Boden an den Folgen der unmenschlichen Behandlung durch die Nazis gestorben sind, legte eine Abordnung der KPL einen Kranz nieder.

Der KPL-Vorsitzende erklärte aus diesem Anlaß: »Wäre die Sowjetunion damals kein sozialistischer, sondern ein kapitalistischer Staat gewesen, wie es Rußland heute ist, wäre der Krieg wahrscheinlich anders ausgegangen. Es ist nicht anzunehmen, daß die russische Arbeiterklasse bereit gewesen wäre, derartig große Opfer auf sich zu nehmen, um die Privilegien der Oligarchen zu verteidigen.

Indem sie die Hauptlast des Krieges auf sich nahm, hat die Sowjetunion auch dazu beigetragen, unserem Land die Freiheit und Unabhängigkeit zurückzubringen – auch wenn Luxemburg von US-amerikanischen Soldaten befreit wurde, denen wir auch in Zukunft dafür dankbar sein werden, daß sie die faschistischen Besatzer aus unserem Land verjagt haben. In gleichem Maße zollen wir auch heute unseren höchsten Respekt allen Nationen der damaligen Anti-Hitler-Koalition, den alliierten Armeen, den Partisaneneinheiten und Widerstandsorganisationen, die ihren Betrag geleistet haben zum Sieg über den Faschismus, diese barbarische Diktatur der reaktionärsten Elemente des Groß- und Finanzkapitals.

Diejenigen, die den Krieg erlebt haben, haben uns oft erzählt, wie unser Volk wieder neue Hoffnung schöpfte, nachdem die Rote Armee den deutschen Faschisten bei Stalingrad eine vernichtende Niederlage beigebracht hatte, die den Anfang vom Ende des Hitlerfaschismus bedeuten sollte. Und welche Freude war es für die Tausenden Luxemburger, die von der Roten Armee aus den Klauen der Nazis in den Gefängnissen und Konzentrationslagern oder aus der Umsiedlung befreit wurden!

Heute aber schreiben die Sieger des Kalten Krieges die Geschichte, und die sind keineswegs daran interessiert, die Rolle der Sowjetunion beim Sieg über den Faschismus so darzustellen, wie es den historischen Tatsachen entspricht.

Im Gegenteil! Es wird alles dafür unternommen, die Rolle der Sowjetunion kleinzureden, die Sowjetunion und die Rote Armee zu diskreditieren. Heute gibt es bereits Historiker, die völlig ungestraft mit der Lüge hausieren gehen dürfen, daß nicht Hitler, sondern die Sowjetunion die Schuld trage am Zweiten Weltkrieg und an den Millionen Toten, die das faschistische Abenteuer gebracht hat, das dem deutschen Kapital die Herrschaft über ganz Europa sichern sollte.
Wenn Bertold Brecht geschrieben hat ,der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!’ – dann hat das auch heute, 65 Jahre nach dem Sieg über den Faschismus, noch immer seine Gültigkeit.
Wenn wir sehen, wie in unseren Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Belgien, wie in Italien, Spanien, Lettland und Ungarn faschistische und rechtsextreme Parteien die Rolle des Rattenfängers übernehmen, dann wäre es ein großer Fehler anzunehmen, die nationalen Bourgeoisien und Kapitalgruppen hätten die Option aufgegeben, ein faschistisches Terrorregime gegen die Arbeiterklasse zu errichten, um damit grundlegende gesellschaftliche Veränderungen zu verhindern.

Dafür muß man nicht unbedingt mit dem Hakenkreuz auftreten. So wie damals Gruppierungen aus der Wirtschaft Hitler unterstützt und an die Macht gebracht haben, gibt es auch heute wieder starke Kräfte, die die USA-Regierung und die Regierungen der EU-Länder dazu drängen, demokratische Rechte einzuschränken, die arbeitenden Menschen auszurauben und militärische Aufrüstung voranzutreiben, Kriege in Afghanistan und im Irak zu führen, Kuba und andere Länder, die nicht nach ihrer Pfeife tanzen wollen, zu bedrohen und langfristig einen Krieg gegen die Volksrepublik China vorzubereiten, letztlich die Welt zu erobern und alle Völker der Diktatur des Kapitals zu unterwerfen.

Die erste Aufgabe aller Menschen, die für eine friedliche und fortschrittliche Welt sind, die erste Aufgabe der Kommunisten muß darin bestehen, für den Frieden einzutreten und alle faschistischen und reaktionären Kräfte zu bekämpfen, die sich die Völker unterwerfen und die Welt in Brand setzen wollen.«

In einer feierlichen Zeremonie gedachten die Luxemburger Kommunisten am Tag der Befreiung auch des früheren Vorsitzenden der KPL, Zénon Bernard, der im Januar 1921 Gründungsmitglied der KPL und 1934 der erste Parlamentsabgeordnete der Partei war.
Die KPL war die einzige politische Partei Luxemburgs, die es nach der Besetzung des Landes durch die Nazis abgelehnt hat, sich freiwillig aufzulösen, und statt dessen den Weg in die Illegalität und den Widerstand vorgezogen hat.

Zénon Bernard und Jéhan Steichen, Chefredakteur der kommunistischen »Volksstimme«, wurden am 13. September 1940 von der Gestapo verhaftet, Zénon Bernard wurde am 25. Juli 1942 in Kassel ermordet – »durch SS-Pille«, wie sie es zynisch nannten.

Mit einer Kranzniederlegung ehrte die KPL auch die anderen Luxemburger Kommunisten, die im Widerstand gegen die deutschen Faschisten und im Kampf für die Befreiung gefallen sind oder ermordet wurden.

Korrespondenz: KPL


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Kommentare 

 
0 #1 2011-04-11 21:51
ich find sowas kritisch...
klar befreiung vom faschimus...
aber danach wurden sie zur vergewaltigungs armee... auch diese opfer sollte man nicht vergessen....
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