| Initiative will Österreichs Blamage bei EM verhindern | | Drucken | |
| Österreich |
| Samstag, den 07. Juni 2008 um 14:09 Uhr |
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"Wir Österreicher und –innen, wir waren einst das Land der Schöngeister. '…Volk begnadet für das Schöne' heißt es in unserer Hymne, die unsere Nationalspieler im Angesicht der nächsten anstehenden Auseinandersetzung mit Ball und Gegner meist kreidebleich mitstammeln. Wir wollen der Welt zeigen, dass wir dem Schönen nach wie vor zugänglich sind! Und wir wollen gleichzeitig tun, was unserem Volk so fremd ist wie den ausländischen Fußballexperten die Namen unserer Mittelfeldstrategen: Größe zeigen!" fordert die Initiative "Österreich zeigt Rückgrat" den Verzicht der österreichischen Nationalmannschaft auf eine Teilnahme an der heute beginnenden Europameisterschaft. Womit die Initiative nicht gerechnet hatte: sie soll nun 1500 Euro Strafe zahlen.
Das Logo der Initiative symbolisiert, wie der Fussball das Ansehen Österreichs beschädigt. Das Strafamt des Stadtmagistrats Innsbruck befand allerdings, dass nicht die Leistungen der österreichischen Nationalmannschaft, sondern das Logo der Initiative das Ansehen Österreichs beschädige, nachdem ein niederösterreichischer Polizist die Initiative nach dem Wappengesetz angezeigt hatte. "Warum wir das Ansehen Österreichs mit unserem Logo geschädigt haben sollen, wurde in der Anzeige nicht argumentiert", berichtet Michael Kriess von "Österreich zeigt Rückgrat". Dennoch verurteilte das Gericht ihn zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro. Die will Kriess nicht zahlen, und ging in Berufung. Allerdings: die für den vergangenen Donnerstag geplante Berufungsverhandlung wurde kurzfristig abgesagt - wegen Erkrankung des Richters. "Da nicht nur im Bereich der Exekutive Personaleinsparungen zu einer dramatischen Überarbeitung der Beamten führt (es aber löblicherweise dennoch welche unter ihnen gibt, die neben ihrem aufreibenden Job auch noch die Kraft besitzen, Staatswappenverunzierer zur Anzeige bringen), ist es verständlicherweise unmöglich, diese sich üblicherweise über Minuten ziehenden Verhandlung vor dem UVS einfach vom nächst besten Richter leiten zu lassen", schreibt die Initiative dazu auf ihrer Homepage - und weiter: "Wir hoffen, dass sich dieser unabkömmliche Experte für das Wappengesetz bis nach der Tiroler Landtagswahl am kommenden Sonntag, spätestens aber bis nach der Fußball-Europameisterschaft so weit erholt hat, dass diese Berufung dann doch noch - und wie es sich gehört ohne großen Medienrummel, vielleicht auch noch von Presse aus dem feindlichen Ausland verursacht, als würde die inländische nicht schon genug stören – zur vollen Zufriedenheit des Österreichischen Fußballbundes entschieden werden kann." Pikant an der ganzen Angelegenheit: Das Boulevardblatt "Krone" hat zur Europameisterschaft ebenfalls eine eigene Österreich-Fahne herausgebracht. Das Wappen der Republik wurde dort mit einem stilisierten Bundesadler dargestellt, der die Zeitungs-Krone auf seinem Haupt und den Fußball auf der Brust trägt. Gegen diese Veränderung der Staatssymbole hat sich bislang kein Richter und kein Polizist engagiert. Das Wappen der Republik Österreich zeigt den Bundesadler mit Hammer und Sichel in den Krallen, gesprengten Ketten an den Beinen und einer Mauerkrone auf dem Kopf. Der Adler hatte lange Zeit zwei Köpfe und kam aus der Römerzeit über das Mittelalter in die österreichische politische Zeichengebung. Ab 1918 wurde er mit der Republik einköpfig. Die Mauerkrone symbolisiert das Bürgertum, der Hammer die Arbeiter und die Sichel die Bauern. Nach der Nazi-Herrschaft 1945 kamen die gesprengten Ketten dazu. Weitere Informationen über die Initiative "Österreich zeigt Rückgrat": Hier klicken Neuere Artikel:
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