| Streikende Bergarbeiter bitten um Solidarität | | Drucken | |
| Polen |
| Montag, den 28. Januar 2008 um 12:55 Uhr |
In der polnischen Zechne "Budryk" streiken die Kumpel. Mit einem international verbreiteten Aufruf bittet nun die Gewerkschaft "Sierpień 80" (August 80) um Solidarität mit den Streikenden, indem Petitionen und Anfragen an die polnischen Botschaften gerichtet, Proteste vor den polnischen Vertretungen durchgeführt und Solidaritätsspenden für die Streikenden überwiesen werden. "Die Situation der Streikenden ist dramatisch. Ihr Wille und ihre Entschlossenheit sind sehr hoch, aber sie reicht nicht. Eure Solidarität könnte die Waagschale zu ihren Gunsten wenden und Betriebsleitung und regionale Organe dazu zwingen mit den Streikenden ein Abkommen zu schließen", heißt es in einem Schreiben der Gewerkschaft, das auch an RedGlobe gerichtet wurde. "Vom Ausgang des Streiks in 'Budryk' wird es vor allen Dingen abhängen, ob die Arbeiterschaft in Polen in einem Land leben wird, in dem ihre Rechte und Interessen respektiert werden oder in einem Land, in dem allein der Wille der Arbeitgeber und eine zügellose Ausbeutung zählen," schreibt der Gewerkschaftsvorsitzende Bogusław Ziętek.
Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit!Aufruf der streikenden Kumpel der polnischen Zeche "Budryk" an Gewerkschaften und Arbeitnehmer im AuslandOrnontowice, 26. Januar 2008Jetzt streiken die Beschäftigten der Steinkohlenzeche „Budryk” in Ornontowice in Oberschlesien schon den zweiten Monat. Daran nehmen fast alle Beschäftigten aus dem produzierenden Bereich teil. Sie streiken unter extremen Bedingungen. Die einen besetzen in 700 m Tiefe die Zeche. Über 30 Kumpel sind in 1000 m Tiefe im Hungerstreik. Die restlichen Kumpel führen die Besetzung übertage durch. Das Streikkomite wird von vier Gewerkschaftsverbänden geführt: ZZ „Kadra”, WZZ „Sierpień 80”, ZZ Ratowników Górniczych w Polsce i ZZ „Jedność Pracowników Budryka”. Die Kumpel verlangen eine Lohnangleichung an die anderen Zechen der Gesellschaft JSW AG. Im Augenblick betragen die Lohnunterschiede 20%. Dies entspricht nicht dem Gesetz, das diskriminierende Gehaltsunterschiede beim gleichen Arbeitgeber verbietet. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Die Zeche „Budryk“ ist eine der besten Zechen des Steinkohlebergbaus in Polen. Sie ist die modernste, hat die höchste Produktivität und Gewinne. Diese Gewinne kommen jetzt auch der gesamten Kohlegesellschaft der JSW AG zugute. Die Kumpel von „Budryk” verlangen keine Hilfe oder Zuschläge vom Staat. Die Lohnerhöhungen, die sie fordern, sollen aus den Gewinnen gezahlt werden, die sie erarbeiten. Die Regierung lehnt konsequent einen Dialog und die Anhörung der Forderungen der Streikenden ab, obwohl die Zeche „Budryk” und JSW S.A. Eigentum des Staates sind und die Aufsicht darüber der Wirtschaftsminister hat. Der Vizepremier und Wirtschaftsminister Waldemar Pawlak hat eine Delegation von Frauen der Kumpel, die nach Warschau gefahren waren, nicht empfangen. Die Leitung der Kohlegesellschaft sagt Verhandlungen ab, führt Scheinverhandlungen durch oder bricht sie immer wieder ab. Die Streikenden sind einem ständigen Druck durch die Medien, die von der Betriebsleitung und der Regierung inspiriert sind, ausgesetzt. Sie werden Terroristen genannt, der Streik wird als illegal bezeichnet, obwohl laut Gesetz nur ein unabhängiges Gericht berechtigt ist einen Streik als illegal zu erklären und dies ist nicht geschehen. Die Gewerkschaften, die am Streik beteiligt sind, werden verleumdet und es werden Hass-Szenen gegen sie mit Hilfe von öffentlichen Medien und ihnen hörigen Journalisten improvisiert. Es werden Streikbrecher benutzt, die durch korrumpierte Gewerkschaften organisiert und von Arbeitgeber bezahlt werden. Die Arbeitnehmerrechte und die Freiheit der Gewerkschaften werden nicht eingehalten. Es wird gedroht den Streik mit Gewalt zu beenden. Wir müssen fürchten, dass Blut fließen wird. Dies alles verschärft den Konflikt und könnte zu tragischen Vorfällen führen. Wir wenden uns um Hilfe an alle Gewerkschaftsorganisationen und an alle Menschen, denen die Ideale des Kampfes um Recht und Würde der Arbeiter nahe sind, organisiert Mahnwachen vor den Botschaften Polens, übergebt ihnen Petitionen und Anfragen.
Hilfsfond für die Familien der Streikenden von „Budryk”: |





