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Mord und Diplomatie - Serben überleben Anschlag im Kosovo | Drucken |  E-Mail
Serbien
Geschrieben von: Zoran Sergievski, Wien   
Dienstag, den 25. Oktober 2011 um 16:58 Uhr

KFOR gegen SerbienIm Trubel um die Versuche der NATO-Besatzungstruppe KFOR, die serbischen Barrikaden im Nordkosovo aufzulösen, ging ein Mordanschlag in Metochien, dem Westteil Kosovos, medial völlig unter. Am Donnerstag tötete ein Albaner aus Lukavac im Dorf Dobrusa den 64-jährigen Miodrag K. bei einer Schießerei. Seine zwei anderen Opfer, Drasko O. und Dejan B. aus Metochien, überlebten das Attentat schwer verletzt. Die Serben wurden in Kosovska Mitrovica operiert und werden vermutlich bald das Krankenhaus verlassen. Ein politisches oder ethnisches Motiv wird bisher ausgeschlossen. Angeblich geht es „nur“ um einen Grundstücksstreit. Der Albaner übergab sich bald darauf dem „Kosovo Police Service“ (KPS, Polizeidienst Kosovo), einer paramilitärischen Nachfolgeorganisation der UCK(derterroristischen„Kosovo-Befreiungsarmee“). Die Regierungen in Pristina und Belgrad verurteilten das Verbrechen einhellig, die kosovarischen Behörden kündigten ein rasches Verfahren für den Mörder an. Nachdem dieser aber beim KPS und nicht der ebenso kritikwürdigen EU-„Rechtsstaatsmission“ EULEX einsitzt, kann man dieses Versprechen als leer bezeichnen. Angesichts des Attentats und des gegenwärtigen Konflikts auf dem Amselfeld mahnte der serbische Verteidigungsminister Dragan Sutanovac an, jetzt nicht allein auf den Norden, sondern alle Serben im Kosovo acht zu geben. Seit dem Ende des Kosovokrieges 1999, insbesondere seit der einseitigen Unabhängigkeitserklärung von 2008, sind Serben in der abtrünnigen Provinz vermehrt Schikanen durch die kosovoalbanischen und westlichen Parallelinstitutionen ausgesetzt. Die Kosovoalbaner widerum kritisieren einhellig die Arbeit der EULEX und warfen ihr bis vor kurzem noch vor, in Diensten der serbischen Regierung zu stehen. Die EU-Polizeitruppe wird immer wieder mit Korruptions- und Willkürvorwürfen gegenüber der gesamten kosovarischen Bevölkerung konfrontiert.



Das diplomatische Team Belgrads für die Verhandlungen mit Pristina hat inzwischen angekündigt, die kosovarischen Zollstempel akzeptieren zu wollen. Die Aufstellung von Kosovo-albanischen Zöllnern bei den administrativen Übergängen in Jarinje und Brnjak beträfe diese Anerkennung jedoch nicht. Der gegenwärtige Konflikt entbrannte an diesem Stempel-Streit, nachdem die Regierung Hashim Thacis Spezialpolizisten der Einheit ROSU an die „Grenze“ zu Serbien schickte. Diese hatten die Aufgabe, dort einen kosovarischen Zoll einzurichten. Bei Ausschreitungen kam damals ein Angehöriger der ROSU durch Schüsse ums Leben. Seitdem halten serbische Bürger, allen voran Frauen, mehrere Zufahrtstraßen in die abtrünnige südserbische Provinz besetzt. Die KFOR versucht seit vergangener Woche, diese einzureißen. In Jagnjenica sind Einheiten der Bundeswehr und des Bundesheers dabei, sich mit schwerem Gerät (etwa Räumpanzern und Baggern) dauerhaft einzurichten.

Bei einer Pressekonferenz am Dienstag teilten die Vertreter der serbischen Bezirke im Norden des Kosovos mit, dass ihnen Präsident Boris Tadic volle Unterstützung für „friedliche Proteste zur Verwirklichung legitimer Ziele“ zugesichert habe. Am Wochenende hatte er die Besetzer auf den Barrikaden noch aufgefordert, ihre Stellungen aufzugeben sowie EULEX und KFOR freie Fahrt zu gewähren. Damit folgte er der westlichen Interpretation zur Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats. Tadic sagte kein Wort zur KPS und der ROSU, die ebenfalls ein direkter Nachfolger der UCK ist. Dies ist laut 1244 und dem Friedensvertrag von Kumanovo illegal, genau wie die Abspaltung der EU-Kolonie Kosovo von Serbien.

Tadic hat in Belgrad mit dem Haager Ermittler für den Organhandelsskandal, John Klint Williamson, wiederholt eine unabhängige und objektive Aufklärung dieser Affäre gefordert. Im Sommer 1999 verschleppte eine Spezialeinheit der UCK 300 serbische Männer nach Albanien, ermordete sie dort und entnahm den Leichen im Kosovo die Organe, welche dann im Schwarzmarkt verschwanden. Zahlreiche Indizien weisen auf eine Verwicklung des Kosovo-Premiers, Hashim Thaci, in diese Aktion hin.

 

 

Kommentare 

 
+4 #8 2011-10-26 18:32
lulushi,

es geht nicht um die Hegemonie irgendeiner Ethnie ggü. der anderen (wie sie es permanent mit ihrer Serbo- und Jugophobie suggerieren), sondern darum, dass sich Eliten herausnehmen, aus rassistischen Motiven andere zu unterdrücken. Fahren Sie doch mal nach Kosovo/a und sehen Sie sich die Apartheid in der Region selber an. Was Strpce betrifft, so widerspricht dies der Besatzung, nicht den legitimen Forderungen der serbischen Minderheit. Bitte nennen Sie mir EIN konkretes Beispiel dafür, dass Frauen und Kinder als menschlcihe Schutzschilder genutzt werden, liefern Sie mir Fotos,Videos, Aufnahmen von Augenzeugenberi chten etc. und ich werde es SOFORT in einen Artikel aufnehmen. Ich wette, Sie werden nichts derartiges finden.

Zudem funktioniert in einigen Teilen Kosovos das Zusammenleben zwischen Serben und Albanern eher gut, weil dort niemand in einem rassistischen Apartheid-Wahn lebt, sondern (v.a. Ältere auf beiden Seiten) den alten jugoslawischen Geist hochhalten und wissen, was diese Pseudo-Unabhängigkeit und die damit verbundene Beschneidung der Autonomierechte bedeuet.

Was ist das denn für eine Republik, die ihre Staatssymbole, ihre Verfassung und ihre Hymne nicht selber geschrieben hat und in der das letzte Wort im Staate jemand von außen hat (nämlich der UNMIK-Chef)?

Wenn Sie DIESEN BEITRAG HIER genau lesen, werden Sie feststellen, dass ich von "kosovoalbanisch en und westlichen Parallelinstitu tionen" schreibe, welche die Serben unterdrückt, nicht von den Kosovoalbanern an sich.

Außerdem ist der Artikel in Deutsch verfasst, weswegen ihre Attribution, es sei ein "serbischer Propagandabeitr ag", zumindest in linguistischer Hinsischt nicht stimmt.

Und ich wiederhole noch einmal: alle Protestierenden als Kriminelle und als Banden abzustempeln, ist wirklich gewagt. Die Kriminellen sitzen in Pristina, Berlin, Brüssel und Washington (und zum Teil auch in Belgrad), nicht in Strpce oder Mitrovica.
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+3 #7 2011-10-26 18:29
Wo leben diese Menschen? Sie leben in einer Republik? Und sie haben eine frei gewählte Regierung?

Und 2012 fallen Ostern und Pfingsten auf ein Wochenende.
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-7 #6 2011-10-26 17:50
frauen und kinder werden auf geheiss belgrads wohlgemerkt als menschliche schutzschilde gebraucht. in alter serbischer kriegsverbreche rmanier.
wenn dann die frauen und kinder von den kfor soldaten behutsam weggetragen werden, treten dann die serbischen kriminellen und hooligans in erscheinung, die den soldaten, die nur ihre pflicht tun, indem sie die bewegungsfreihe it aller bewohner kosovas sicherstellen wollen, mit gewalt drohen.

nun, die kfor ist so nachsichtig wie man nur sein kann.
letztlich werden aber nicht kriminelle über die zukunft der kosovaren entscheiden, sondern die demokratisch gewählte egierung dieses landes.

in einem anderen ihrer serbischen propaganda beiträge schreiben sie serben seien ununterbrochen diskriminierung durch die albanische mehrheitsbevölk erung ausgesetzt.
sehen sie sich doch mal die kommune mit serbischer mehrheit shterpce an.dort funkt. die zusammenarbeit zw. albanern und serben, weil die ansässigen serben verstanden haben, dass sie in der republik kosove leben. das was die leute in nord- mitrovica noch lernen werden
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+5 #5 2011-10-26 13:14
Lieber Zoran, ich sehe in dem Leserbrief von lulushi eine Provokation aus einer Ecke, die uns nur zu Gut bekannt ist.

Die Wortwahl trägt sehr braune Züge.

Ich möchte dich zu deinem Artikel hier, und zu dem in der heutigen JW beglückwünschen .

liebe und rote Grüße aus dem schwarz-braunen Hessen
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+14 #4 2011-10-25 17:59
zitiere lulushi:
kriminelle serbische banden werden zerschlagen. mit barrikaden wird serbien keinen erfolg mehr haben.die zeiten sind vorbei.

von daher ist dieser beitrag eines slawen keinen pfifferling wert.


In Diskussionen um meine Artikel einzugreifen, ist in der Regel nicht meine Art. Aber friedlich demonstrierende Frauen und Kinder als "Banden" zu bezeichnen, ist ein gewagter Satz. Vielmehr sollte mensch (ihr Geschlecht ist ja leider nicht erkennbar, lulushi, aber ich meine dies durchaus auch allgemein) darüber nachdenken, welche mafiösen und militärischen Banden in Pristina an der Macht sitzen und somit eine wirkliche demokratische Entwicklung in der Region blockieren. Dies wird sogar von nicht allzu serbophilen bzw. linken Medien, wie etwa der FAZ berichtet.

Vielleicht lesen Sie sich den Beitrag erst einmal durch und zerpflücken ihn inhaltlich, bevor Sie hier mit argumentativ schwachen rassistischen Ausfällen aufmerksam werden.

Mit dennoch freundlichen Grüßen,
der Verfasser.
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-17 #3 2011-10-25 17:50
kriminelle serbische banden werden zerschlagen. mit barrikaden wird serbien keinen erfolg mehr haben.die zeiten sind vorbei.

von daher ist dieser beitrag eines slawen keinen pfifferling wert.
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0 #2 2011-10-25 17:42
PS: Im letzten Satz desselbigen Absatzes ebenfalls. Aber kein Stress.

Anmerkung der Redaktion: Danke, ist korrigiert!
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0 #1 2011-10-25 17:41
Im vorletzten Satz des vorletzten Absatzes ist ein Tippfehler ;)
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