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Vier Friedensnobelpreisträger, darunter der südafrikanische Bischof Desmond Tutu, der langjährige Vorsitzende der nordirischen Sozialdemokraten John Hume, die ehemalige Präsidentin der Republik Irland und spätere Hochkommissarin der UNO für Menschenrechte, Mary Robinson, sowie der Brite Jonathon Powell, der als zentraler Akteur im britisch-irischen Friedensprozess gilt, die Nelson-Mandela-Stiftung und weitere internationale Persönlichkeiten haben ihre Unterstützung für die Friedens- und Konfliktlösungsbemühungen der Abertzalen Linken, der baskischen linken Unabhängigkeitsbewegung, erklärt.
Auf einer Pressekonferenz, die am Montag, den 29. März 2010, im Europaparlament in Brüssel stattfand, stellte der südafrikanische Anwalt Brian Currin die von 21 internationalen Persönlichkeiten unterstützte Erklärung der Öffentlichkeit vor:
“Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, begrüßen die vorgeschlagenen Schritte und die öffentlich erklärte Bereitschaft der baskischen Pro-Unabhängigkeitsbewegung (abertzale Linke), ihre politischen Ziele mit „ausschließlich politischen und demokratischen Mitteln“ und „in der völligen Abwesenheit von Gewalt“ zu erreichen. Wird diese Willenserklärung vollständig in die Tat umgesetzt, kann dies ein großer Schritt in Richtung der Beendigung des letzten verbleibenden Konflikts in Europa sein. Wir haben die Erwartung, dass sich in den kommenden Monaten eine Situation ergeben kann, in der die Bereitschaft zu friedlichen, demokratischen und nicht-gewalttätigen Mitteln irreversible Realität wird. Um dies zu erreichen, appellieren wir an ETA, diese Willenserklärung durch einen permanenten und vollständig verifizierten Waffenstillstand zu unterstützen. Wird eine solche Erklärung von der Regierung entsprechend beantwortet, würde dies neue politische und demokratische Möglichkeiten schaffen, die es erlauben, die Differenzen zu lösen und einen dauerhaften Frieden zu erreichen.”
Unterstützerinnen und Unterstützer sind Betty Williams (Friedensnobelpreisträgerin), Denis Haughey (Vorsitzender der Social Democratic Labour Party in Nordirland), John Hume (Friedensnobelpreisträger), Archbishop Desmond Tutu (Friedensnobelpreisträger), Mary Robinson (ehemalige Präsidentin der irischen Republik), President FW de Klerk (Friedensnobelpreisträger gemeinsam mit Nelson Mandela), die Nelson Mandela Stiftung (mit dem Zusatz, dass diese Erklärung in vollem Einklang mit den ethischen Grundsätzen des Gründers Nelson Mandela steht), Aldo Civico, Sheryl Brown, Andrea Bartoli, Alan Smith, Christopher Mitchell, John P Linstrot, Hurst Hannum, Jon Etchemendy, William Kelly, Albert Reynolds (Ehemaliger Taoiseach - Ministerpräsident - der Republik Irland), Jonathon Powell (Büroleiter unter Premierminister Tony Blair), Nuala O’Loan, Raymond Kendall, Silvia Casale
Die Abertzale Linke begrüsste in einer Stellungnahme vom 31. März 2010 die Erklärung und bekräftigt ihre Entscheidung, unilateral mit ausschliesslich friedlichen Mitteln auf einen demokratischen Prozess ohne Gewalt und äussere Einflussnahme hinzuarbeiten. Sie bewertet "die Erklärung der internationalen Persönlichkeiten in all ihren Dimensionen als äusserst positiv" und als "wichtigen Beitrag zur Schaffung einer neuen Situation in Euskal Herria (dem Baskenland)" und appelliert an alle in der Erklärung angesprochenen Parteien, ihren Beitrag zu leisten. Der Begriff „Abertzale“ steht für die spezielle Ausprägung der baskischen Unabhängigkeitsbewegung als einer progressiven und internationalistischen Bewegung. Als solche umfasst sie ein breites Spektrum von Organisationen, darunter politische Parteien, Gewerkschaften und kulturelle Organisationen, sowie bedeutende Teile der baskischen Frauen- , Umwelt- und Internationalismusbewegung, die das gemeinsame Ziel der Befreiung des Baskenlandes haben. Auch die sozialdemokratische baskische Pro-Unabhängigkeitspartei Eusko Alkartasuna begrüsst die Erklärung der internationalen Persönlichkeiten und beklagt das Schweigen der spanischen Regierung. Die spanische Tageszeitung El Pais berichtet in ihrer Ausgabe vom 1. April 2010, dass der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero ungehalten über die Unterstützung ist, die Brian Currin für die neuen Initiative zur Konfliktlösung zeigt. Er sieht sich Hardlinern der rechten Partei Partido Popular und wohl auch aus den eigenen Reihen gegenüber. Diese haben in den letzten Jahren den Kampf gegen die ETA als Begründung benutzt, um demokratische Rechte im Baskenland drastisch einzuschränken, den politischen Sektor der baskischen Unabhängigkeitsbewegung aus den demokratischen Institutionen zu verdrängen und politischen Dissens zu kriminalisieren. So ist es kein Zufall, sondern Ausdruck der Macht dieser Hardliner, dass ausgerechnet die Initiatoren des unilateralen Konfliktlösungsvorstosses der Abertzalen Linken, der ehemalige Batasuna-Sprecher Arnaldo Otegi und der ehemalige Generalsekretär der Gewerkschaft LAB Rafa Diez, seit Herbst 2009 "präventiv" inhaftiert sind und sich in spanischen Gefängnissen über 500 km vom Baskenland entfernt befinden. Noch gibt es keine Stellungnahme von ETA (Euskadi Ta Askatasuna - Baskenland und Freiheit) zum Appell der internationalen Persönlichkeiten an die bewaffnete Organisation, "diese Willenserklärung durch einen permanenten und vollständig verifizierten Waffenstillstand zu unterstützen". Eine positive Reaktion von ETA würde es der spanischen Regierung jedoch noch schwerer machen, die Konfliktlösungsinitiative und ihre internationale Unterstützung weiter zu ignorieren. Das Dokument der Abertzalen Linken "Zutik Euskal Herria (Steh auf Baskenland)" ist in deutscher Übersetzung auf der Webseite Info Baskenland veröffentlicht worden: http://www.info-baskenland.de/451-0-Steh+auf+Baskenland.html
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