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TKIP-Aktivist in Istanbul erschossen | Drucken |  E-Mail
Türkei
Montag, den 23. November 2009 um 10:52 Uhr

Zeugenberichten zufolge wurde am vergangenen Donnerstag abend (19. November) der Angehörige der illegalen Kommunistischen Arbeiterpartei der Türkei (TKIP), Alaattin Karadag, in Istanbul/Esenyurt von Polizisten getötet. Den Angaben der Polizei und der bürgerlichen Presse zufolge hätten zwei auf einer Parkbank sitzende Personen auf die Polizeikräfte das Feuer eröffnet, weil diese Ausweiskontrollen durchführen wollten, und seien hinterher geflüchtet. Es sei demzufolge zu einer Auseinandersetzung gekommen, wobei der eine der beiden fliehenden Personen durch Schüsse getötet wurde und die zweite Person flüchten konnte. Es wurde außerdem mitgeteilt, dass im Zuge des Gefechts zwei Personen, darunter ein Polizeibeamter verletzt wurden.
Nach der Darstellung der GenossInnen von Karadag hat sich der Vorfall jedoch ganz anders zugetragen. Sie berufen sich auf Aussagen von Zeugen, wonach Karadag von einem großen Zivilpolizisten, der aus einem Fahrzeug der Marke Ford Transit ausgestiegen war, hingerichtet wurde. Einer der Zeugen, ein Kleinhändler, berichtete: »Während des Vorfalls telefonierte ich gerade auf der Straße. Eine Person lief die Straße hinein. Er wurde mit Schusswaffen von Polizisten gejagt. Sie sagten zu uns 'Warum haltet ihr ihn nicht fest?'. Wir waren verblüfft und antworteten 'Wen und warum sollen wir ihn festhalten'. Ein große Person in Zivil stieg aus einem Ford Transit aus. Danach wurden 5-10 Schüsse abgefeuert. Wir beobachteten, dass die Person sich verletzt am Boden auf den Gehsteig schleppte. Der große Mann in Zivil hat ihn getötet«. Der Zeuge erklärte weiter, dass die Polizei nach dem Vorfall die Straße abriegelte und den Leuten untersagte, hinzusehen.

Gegen Karadag war wegen des Vorwurfs der Mitgliedschaft in der TKIP eine Gefängnisstrafe von 12 Jahren und 6 Monaten verhängt worden. Nach dem »Todesfasten« linker Gefangener wurde der nun Getötete aufgrund seiner Gesundheitssituation für sechs Monate aus der Haft entlassen.

Quelle: Türkei Informationszentrum, Wien

 

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