Dienstag, 3. März 2015

Kolumbiens Außenministerin María Ángela HolguínSchon bei den Beratungen der Außenminister des Kontinents beim Amerika-Gipfel im kolumbianischen Cartagena hat sich am Donnerstag (Ortszeit) gezeigt, dass sich die Zeiten geändert haben. Die USA und Kanada stehen isoliert praktisch allen anderen Ländern gegenüber. 32 der 34 teilnehmenden Staaten forderten ein Ende der Ausgrenzung Kubas von den Treffen, nur Washington und Ottawa widersetzten sich dem Ansinnen. Das gleiche Bild zeigte sich bei der Frage der Islas Malvinas (Falklandinseln). Auch hier widersetzten sich nur die beiden nordamerikanischen Regierungen einer Unterstützung der Forderung Argentiniens nach einem Ende des britischen Kolonialismus.

»Es gibt eine sehr klare Haltung von 32 der 34 Länder, Argentinien in seinen Anstrengungen um eine Entkolonialisierung der Islas Malvinas zu unterstützen - für eine diplomatische, politische und friedliche Lösung dieses Entkolonialisierungsprozesses und zur Verhinderung und Ablehnung des Prozesses einer Militarisierung des Südatlantiks«, erklärte Venezuelas Außenminister Nicolás Maduro in Cartagena. Die vor der Küste Argentiniens gelegenen Malvinas waren 1833 von Großbritannien besetzt worden. Buenos Aires erkennt die britische Herrschaft über die Inselgruppe bis heute nicht an. 1982 schickte die damalige Militärjunta Soldaten auf die Malvinas und besetzte sie. Den daraufhin von London entsandten Truppen waren die Argentinier jedoch hoffnungslos unterlegen.

Während die überwältigende Mehrheit der Länder des Kontinents eine Respektierung des Rechts Argentiniens auf Wiedererlangung der Souveränität über die Inseln fordere, hätten die USA und Kanada auf »beleidigende Kriterien« zurückgegriffen, kritisierte Maduro. Die beiden Regierungen hätten erklärt, es handle sich um einen »Grenzkonflikt« - »als wenn das Vereinigte Königreich irgendeinen Territorialanspruch auf Südamerika hätte«, so Maduro. Die lateinamerikanischen Regierungen bestehen darauf, dass die Frage der Malvinas eine multilaterale Frage sei, während sich Washington und Ottawa für eine bilaterale Regelung zwischen London und Buenos Aires aussprechen. Das Thema werde am heutigen Freitag erneut auf der Tagesordnung der Beratungen stehen, kündigte Maduro an.

Alle teilnehmenden Staaten ausser den USA und Kanada erklärten am Donnerstag zudem ihre Solidarität mit Kuba und verurteilten den Ausschluss des Karibikstaates von dem Gipfeltreffen. »Die 32 Länder sind sich einig, dass es ein Gipfeltreffen dieser Art nicht ohne ein für unser Amerika und für unsere Geschichte lebenswichtiges Land wie Kuba geben kann«, sagte Maduro und kritisierte, die beiden widerspenstigen Länder hätten keine Argumente dafür, an der Ausgrenzung der Insel festzuhalten. Ecuadors Präsident Rafael Correa hatte wegen der fehlenden Einladung Havannas seine Teilnahme an dem Treffen in Cartagena sogar komplett abgesagt.

»Die US-Botschafterin hat uns gefragt: "Warum haben Sie Ihre Meinung geändert? Was ist in diesen Jahren geschehen, dass Sie ihre Haltung verändert haben?" Und gemeinsam haben wir ihr gesagt: 'Amerika hat sich verändert. Wir sind freie, unabhängige Völker«, berichtete Maduro. Sein argentinischer Amtskollege Héctor Timerman fügte hinzu, man könne die Diskussion in einem Satz zusammenfassen: »Es wird keine weiteren Gipfeltreffen ohne Kuba mehr geben!« Zudem legte er Kolumbiens Außenministerin María Ángela Holguín nahe, Kubas Präsidenten Raúl Castro doch noch nach Cartagena einzuladen.

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