| Millionen demonstrieren weltweit am Tag der Arbeiterklasse |
| International |
| Freitag, den 02. Mai 2008 um 01:04 Uhr |
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Weltweit sind am heutige 1. Mai, dem Internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeiterklasse, Millionen von Menschen auf die Straße gegangen, um für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Sozialistisch orientierte Regierungen in Lateinamerika nutzten das Datum des 1. Mai auch, um neue Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und gegen die Abhängigkeit ihrer Länder von internationalen Großkonzernen anzukündigen.
In Havanna beteiligten sich rund eine halbe Million Menschen an der Großdemonstration auf der Plaza de la Revolución. Die Spitze des Demonstrationszuges bildeten 10.000 Studierende und Professoren der Informatik-Universität mit einem Transparent, auf dem die Losung "Einheit, Standhaftigkeit und Sieg" zu lesen war. Der kubanische Präsident Raúl Castro nahm auf der Tribüne an der Kundgebung teil, während der Generalsekretär des Gewerkschaftsbundes CTC, Salvador Valdés, das kubanische Volk zur Verteidigung der Errungenschaften der Revolution aufrief: "Wir unterstreichen unsere Entschlossenheit, den vom Gründer der Revolution, Fidel Castro, gewiesenen Weg zu einem immer gerechteren, humaneren und effizienteren Sozialismus zu beschreiten". Es werde den Gegnern der Revolution nicht gelingen, die Kubaner einzuschüchtern und sie vom Aufbau des Sozialismus abzubringen, unterstrich er. In Ecuador demonstrierten tausende Arbeiter in den wichtigsten Städten des Landes wie Quito, Guayaquil und anderen. Zu den Aktionen hatten die drei Gewerkschaftsbünde CEOLS, CTE und FUT aufgerufen. Allein in der Hauptstadt Quito demonstrierten 10.000 Menschen für höhere Löhne. Am Vorabend des 1. Mai hatte die Verfassunggebende Versammlung Ecuadors mehrere Artikel für die neue Verfassung beschlossen, die verschiedenen Formen der Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter verbieten. Die beschlossenen Regelungen richten sich insbesondere gegen prekäre Arbeitsverhältnisse, durch die den Beschäftigten die ihnen nach dem Arbeitsgesetz zustehenden Leistungen verweigert werden. Boliviens Präsident Evo Morales leitete heute eine Veranstaltung zur offiziellen Nationalisierung vier weiterer Erdölunternehmen. Die bisherigen US-amerikanischen und britischen Besitzer der Unternehmen behalten jedoch eine Minderheitsbeteiligungen der in den 90er Jahren privatisierten Unternehmen. Von den Nationalisierungen ist auch die in deutschem und peruanischem Besitz befindliche Gesellschaft CLHB betroffen. Während der Kundgebung des bolivianischen Gewerkschaftsbundes COB kündigte Morales ausserdem die Nationalisierung des Telekommunikationsunternehmens Entel an. "Ab heute kehrt Entel in die Hände des bolivianischen Volkes zurück", betonte der Präsident. Die Demonstration richtete sich auch gegen das für den 4. Mai vorgesehene illegale Referendum über eine "Autonomie" der von der reaktionären Opposition kontrollierten Provinzen des Landes. In Venezuela demonstrierten Zehntausende von Menschen im Zenrtum von Caracas ihre Unterstützung für die gestern von Präsident Hugo Chávez angekündigte Erhöhung des Mindestlohns und der Gehälter im öffentlichen Dienst um 30 Prozent. TeilnehmerInnen der Demonstration unterstrichen auch ihre Unterstützung für den sozialistischen Kurs der Regierung. Eine zeitgleich stattfindende Demonstration oppositioneller Gruppen verzeichnete deutlich weniger Teilnehmer. In Bogotá demonstrierten Tausende mit dem Gewerkschaftsbund CUT für die Einhaltung der Arbeiterrechte und gewerkschaftlichen Freiheiten und forderten eine Reaktion angesichts der institutionellen Krise des Landes. Auf Einladung der CUT beteiligten sich an der Demonstration auch Oppositionsparteien, Nichtregierungsorganisationen, Menschenrechtsgruppen und indigene Organisationen. In Mexiko stand der Protest gegen geplante Privatisierungen in der Erdölindustrie im Mittelpunkt der Demonstrationen und Kundgebungen im ganzen Land. Die DemonstrantInnen forderten auch mehr Mittel für die Entwicklung der ländlichen Regionen des Landes sowie eine Neuverhandlung des Abkommens über die Nordamerikanische Freihandelszone (NAFTA). Tausende demonstrierten auch in Santiago de Chile und anderen Städten des südamerikanischen Landes. Der Präsident des Gewerkschaftsbundes CUT, Arturo Martínez, rief zu Maßnahmen auf, um die hohe Zahl von Beschäftigten in prekären Arbeitsverhältnissen zurückzudrängen. Die große Demonstration der chilenischen Arbeiterinnen und Arbeiter habe die Kraft der Gewerkschaftsbewegung gezeigt, das neoliberale Modell entschlossen zurückzuweisen, sagte Martínez. In Costa Rica forderten die DemonstrantInnen von der Regierung des Präsidenten Oscar Arias, den produktiven Teil der Industrie zu reaktivieren, um die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. "Wenn wir nicht produzieren, was wir essen, werden auch wir Opfer des Hungers werden, den bereits andere Nationen leiden", warnte der Präsident der Angestelltengewerkschaft, Albino Vargas. In Frankreich gingen die Gewerkschaften gemeinsam auf die Straße, um die arbeiterfeindlichen Reformen des französischen Präsidenten Sarkozy zurückzuweisen. CGT-Chef Bernard Thibault und sein Kollege von der FO, Jean-Claude Mailly, sagten, die große Beteiligung an den Maidemonstrationen im ganzen Land zeige die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung. Die Gewerkschaften haben für den 22. Mai zu einem Generalstreik aufgerufen, nachdem monatelange Verhandlungen mit der Regierung keine Vereinbarungen erreicht werden konnten. In Istanbul ging die Polizei brutal gegen die große Demonstration der Gewerkschaften vor und verhinderte so, dass der Zug den Taksim-Platz erreichte. Die Gewerkschaften hatten trotz eines Verbots der Regierung zur Kundgebung auf dem Platz aufgerufen, um an das Massaker der Regierungstruppen vom 1. Mai 1977 zu erinnern, als auf diesem Platz mindestens 34 Menschen ermordet wurden. Seither sind Maidemonstrationen auf diesem Platz von der Regierung verboten. Erste Zahlen sprechen von mindestens acht Verletzten und über 500 Verhafteten. In Russland beteiligten sich an getrennten Demonstrationszügen der Kommunisten und der Kreml-Partei "Unser Russland" Agenturmeldungen zufolge 30.000 Menschen in Moskau, 25.000 in Wladiwostok und 20.000 in Ekaterinenburg im Ural. Mehr als 100 Kundgebungen und Veranstaltungen in Italien standen in diesem Jahr im Zeichen der Forderung nach mehr Arbeitssicherheit. In Italein sterben jedes Jahr 1300 Menschen bei Arbeitsunfällen. In Prag demonstrierten etwa 2000 Mitglieder der Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens (KSCM) gegen die geplante Stationierung von US-Raketen in der Tschechischen Republik und Polen. In Marokko demonstrierten Tausende in Casablanca gegen schlechte Arbeitsbedingungen. Der 1. Mai war in dem nordafrikanischen Land geprägt durch einen Großbrand in einer Fabrik, bei dem am vergangenen Wochenende 55 Arbeiter ums Leben gekommen waren. Auch auf dem asiatischen Kontinent beteiligten sich Millionen von Menschen an den Demonstrationen und Aktionen zum 1. Mai, die sich meist gegen die gestiegenen Preise für Lebensmittel und Kraftstoffe richteten. In der VR China richteten sich Proteste gegen die französische Supermarktkette Carrefour und den US-Fernsehsender CNN. Beiden wurde von Tausenden von DemonstrantInnen vorgeworfen, separatistische Aktivitäten in Tibet zu unterstützen. Neuere Artikel:
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