| Statistisches Bundesamt erfindet Streiks in Venezuela |
| Venezuela |
| Montag, den 30. Januar 2006 um 18:16 Uhr |
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"Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast", lautet ein beliebtes Sprichwort. "Traue keinem Statistischen Bundesamt, wenn du nicht selber dort arbeitest" könnten wir diesen Spruch jetzt ergänzen. Denn diese offizielle deutsche Behörde hat eine Pressemitteilung herausposaunt, wonach die Einfuhrpreise für OPEC-Rohöl seit Dezember 2003 um 87,6 Prozent gestiegen seien. Klar, dass diese Nachricht, die besonders Autofahrer die Hände zittern lässt, von allen möglichen Tageszeitungen cahgedruckt wurde.
Mal ganz abgesehen davon, dass unklar bleibt, warum das Statistische Bundesamt gerade den Dezember 2003 als Ausgangspunkt nimmt, greift es zu lustigen Kunststücken, um das Ansteigen der Preise zu begründen. Wörtlich heisst es in der Pressemitteilung: "Daneben (gemeint ist die gestiegene Nachfrage Chinas und Indiens) sorgten auch temporäre Sondereinflüsse für zusätzliche Ausschläge der Ölpreise. Dazu gehören zum Beispiel die Produktionsausfälle in Venezuela infolge von Streiks (August 2004) oder die Hurrikan-Katastrophe in den USA (August/September 2005)." Ja, die Zustände in Venezuela haben immer wieder für die hohen Ölpreise herhalten müssen. Nur: Es gab im August 2004 keine nennenswerten Streiks, die Produktionsausfälle verursacht hätten. Im August 2004 fand das Referendum über eine vorzeitige Amtsenthebung des Präsidenten Chávez statt, das zu einem Referendum über eine Amtsenthebung der Opposition wurde. Nach Bekanntwerden des Ergebnisses sank der Erdölpreis an den internationalen Märkten! Produktionsausfälle gab es im Dezember 2002 und Januar 2003, im Rahmen der Erdölsabotage der Opposition, also deutlich vor Beginn des Statistik-Zeitraums. Schlamperei? Unwissenheit? Absicht? Oder Teil einer internationalen Kampagne, die im Dezember bereits einen "Ausnahmezustand in Venezuela" erfand? Quelle: Netzwerk Venezuela Neuere Artikel:
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