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Greifen Arbeitskämpfe auf die Kirchen über? | Drucken |  E-Mail
Bayern
Dienstag, den 07. Februar 2006 um 12:32 Uhr
Unter dem Motto "Evangelische Kirche, Diakonie und Caritas: Würde hat ihren Wert. Arbeit hat ihren Preis" kämpfen kirchliche Beschäftigte an einem bundesweiten Aktionstag für den Wert sozialer und kirchlicher Arbeit. Daran beteiligen sich auch Beschäftigte und Mitglieder von Interessenvertretungen in zahlreichen bayerischen Städten. Die evangelische und katholische Kirche sowie die beiden kirchlichen Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas sind wichtige Arbeitgeber in Bayern. Alleine bei der Caritas arbeiten 88.000 Menschen, bei der Diakonie sind es über 40.000.
Die Beschäftigten wehren sich zusammen mit ihrer Gewerkschaft gegen die ständige Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Bereits in den letzten Jahren wurden z.B. bei der Diakonie Löhne für Un- und Angelernte vor allem im Hauswirtschaftsbereich um bis zu 17 Prozent abgesenkt. Seit 01.01.05 gilt die 40-Stunden-Woche, was den Einrichtungen deutliche Kosteneinsparungen durch Stellenabbau bringt.Dadurch ist eine besonders brisante Situation entstanden: Wohlfahrtsverbände treten offen in Konkurrenz zueinander. Wettbewerb zwischen den Einrichtungen sozialer oder kirchlicher Arbeit findet vor allem über die Preise für die Leistungen statt. „Die Beschäftigten wehren sich dagegen, dass dieser Wettbewerb auf ihrem Rücken ausgetragen werden soll,“ so Irene Gölz vom Fachbereich Kirchen bei ver.di Bayern. „Sie sind nicht bereit, hinzunehmen, dass der Sozialabbau direkt an sie weiter gegeben wird, dass qualifizierte Arbeitsplätze abgebaut werden durch einen Wettbewerb, der sich nur nach dem billigsten Preis richtet und schlechtere Arbeitsbedingungen und Einkommen zur Folge hat.“

Nun soll die Tarifreform im öffentlichen Dienst unter Ausnutzung der kirchlichen Sonderstellung zum Anlass genommen werden, erstmals vollständig von den tariflichen Regelungen des öffentlichen Dienstes abzuweichen und eigene Regelungen für den Kirchenbereich zu entwickeln. Informationen über die Planungen sowie Beschlüsse dazu lassen deutliche Einkommensverluste und eine generelle An-hebung der Arbeitszeit erwarten. Besonders bedrohlich für die Beschäftigten sind Überlegungen, Einkommen und Arbeitsbedingungen zu Lasten der Beschäftigten umfassend zu flexibilisieren.

Dass es auch anders geht, zeigen die kath. Bistümer in Bayern. Sie haben den neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) für ihre über 50.000 Beschäftigten übernommen - ebenso wie die meisten deutschen Bistümer.

Bei Pressekonferenzen in Nürnberg, Schweinfurt, München und Würzburg stehen Beschäftigte und Mitarbeitervertretungen für Informationen zur Verfügung. Sie berichten über die Auswirkungen des Sozialabbaus auf ihre Arbeitbedingungen und die Entwicklungen bei den Kirchen und Diakonie.


 

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