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Ex-Oppositionsführer vertritt Venezuela bei der UNO
Venezuela
Freitag, den 24. März 2006 um 12:07 Uhr
FranciscoAriasCardenasDer ehemalige Präsidentschaftskandidat der Opposition gegen Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez, Francisco Arias Cárdenas, ist neuer Botschafter des südamerikanischen Landes bei der UNO. Das bestätigte gestern die Nationalversammlung, das venezolanischen Parlaments mit großer Mehrheit. Der MVR-Abgeordnete Luis Tascón enthielt sich jedoch der Stimme und gab zu Protokoll, er sei zwar für die Versöhnung und beglückwünsche Arias Cárdenas, dass er jetzt den bolivarianischen Prozess unterstütze, "aber wir können heute nicht belohnen, was gestern ein Verrat war", kritisierte er die Ernennung.
Arias Cárdenas hatte 1992 zu dem Kreis von Offizieren um den heutigen Präsidenten gehört, die gewaltsam versucht hatten, Carlos Andrés Pérez zu stürzen. Später hatte er sich jedoch von Chávez abgewandt. Beobachter meinten damals, er habe es nicht ertragen können, dass Chávez im Volk populär wurde, während er in der zweiten Reihe bleiben mußte. Sein politischer Tiefpunkt war, als er im Jahr 2000 als Kandidat der gesamten rechten Opposition bei der Präsidentschaftswahl gegen Chávez antrat und verlor. Damals hatte er Chávez "Verrat an den Idealen" vorgeworfen und versucht, mit antikubanischen Ausfällen zu punkten.

Nun versichert Arias, er werde in seinem neuen Amt natürlich die Vorgaben des venezolanischen Außenministeriums befolgen. Seine Ernennung sei ein Zeichen der Öffnung und Vielfalt an das ganze Land, so der künftige Botschafter. Es sei seine Aufgabe, jegliche ausländische Aggression gegen Venezuela zu bekämpfen, erklärte er.


Er habe zwar in der Vergangenheit "Differenzen mit Präsident Chávez" gehabt, aber seit 2002, dem Jahr des Putschversuchs, habe er sich von der Opposition entfernt. Öffentlich gemacht hatte er diese Distanz zur reaktionären Opposition allerdings erst nach dem Referendum im August 2004, mit dem die Opposition den Präsidenten aus dem Amt entfernen wollte. Mit diesem Referendum, so Arias damals, sei "die Revolution von den Wählern legitimiert" worden. Wenige Wochen später kündigte er außerdem an, die von ihm geführte Partei "Unión" wolle das bolivarianische Lager bei den Parlamentswahlen Ende vergangenen Jahres unterstützen.


Quellen: Asamblea Nacional, Radio Nacional de Venezuela - Zusammenfassung: RedGlobe

 

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