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12.000 demonstrieren in der Streikhauptstadt Hannover
Niedersachsen
Mittwoch, den 29. März 2006 um 16:24 Uhr
Über 12.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes folgten heute trotz zunächst strömendem Regens einem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der dbb-tarifunion zu einer Großkundgebung in der niedersächsischen Landeshauptstadt, die nach wochenlangem Ausstand als eine Hauptstadt des Streiks gelten kann. Die aus dem ganzen Bundesgebiet angereisten DemonstrantInnen - so allein zwei Sonderzüge aus Bayern - marschierten in drei Demonstrationszügen zum Opernplatz, wo sie von der Berliner Coverband "Die Toten Ärzte" begrüßt wurden.
Die RedGlobe-Redakteurin, die telefonisch aus Hannover berichtete, konnte sich kaum gegen die lautstarken Sprechchöre und Tröten durchsetzen, die aus der Demonstration ein lautstarkes Spektakel machten. Noch besser wuirde die Stimmung, als nach etwa einer halben Stunde die Sonne beinahe den Kampf gegen die Wolken gewann.
Als Hauptredner trat ver.di-Chef Bsirske auf, der ankündigte, der Streik werde, wenn nötig, bis Ostern und darüber hinaus fortgesetzt. Durch den Beginn des Arbeitskampfes im Bereich der IG Metall werde die Streikfront nun sogar noch stärker. "Wir sind seit Wochen im Streik und das ist gut so", rief er aus, denn die über das Fernsehen verbreitete Arroganz und Ignoranz der Politiker sei eine Beleidigung aller Beschätigten des öffentlichen Dienstes. Der "Betonfraktion" um den Verhandlungsführer der Bundesländer, Möllring, warf Bsirske eine bewußte Verschleppung der Verhandlungen vor. "Wir sind eine Kraft, auf die viele schauen, es war Zeit, dagegenzuhalten und zu kämpfen", stellte der Gewerkschaftsvorsitzende fest.
Der Sprecher der dbb-tarifunion nannte Möllring den "Totengräber des öffentlichen Dienstes". Der Streik richte sich gegen die Tarifwillkür der Arbeitgeber, deshalb sei es wichtig, dass sich die Beschäftigten nicht spalten ließen.
Begeistert begrüßt wurde von den DemonstrantInnen, viele von ihnen in Berufskleidung oder in den weißen ver.di-Streiktüten gekommen, eine vor gerade einmal vier Wochen gegründete Band, die sich aus Streikenden der Uniklinik Bonn gebildet hat und den bezeichnenden Namen "Lucky Strike" trägt.

Quelle: Telefonischer Bericht aus Hannover für RedGlobe
Fotos: Hier klicken
 

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