| Wer kein Internet hat, darf sich bei der Telekom nicht mehr bewerben |
| Wirtschaft & Gewerkschaft |
| Dienstag, den 06. Juni 2006 um 02:07 Uhr |
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Seit 01. Mai 2006 dürfen sich Schülerinnen und Schüler nur noch online bei der Deutschen Telekom AG bewerben. "Damit diskriminiert die Telekom arme Jugendliche, die oft weder über Computer noch Onlineanschluss verfügen. So wird in Deutschland eine digitale Teilung in arm und reich Wirklichkeit. Ärmere Bevölkerungsschichten werden so von Zukunftschancen per Konzernbeschluss abgeschnitten. Solche Ungerechtigkeiten kennt man bislang nur aus Dritte-Welt-Ländern", kritisiert Manfred Doppler von der ver.di-Jugend Bayern. "Es ist ein Skandal," schimpft auch Christine Sabath, Vorsitzende des Landesjugendfachkreises bei ver.di: "Wie kann die Telekom davon ausgehen, dass Schülerinnen und Schüler ohne eigenen Computer und Internetzugang nicht ebenso geeignet sind wie diejenigen, die den Vorteil eines eigenen Computers genießen?" Die Statistik spricht Bände: Junge Deutsche im Netz sind meist männlich und haben wohlhabende, gebildete Eltern. Denn nur diese stellen ihren Sprösslingen eigene Computer zur Verfügung. Zwei Drittel aller Jugendlichen aus sozial schwächeren Familien haben keinen Internetanschluss. Insgesamt ist weniger als die Hälfte aller Teenager mit dem eigenen Rechner online. Die ver.di Jugend hat die Deutsche Telekom AG aufgefordert, ihr ungerechtes, diskriminierendes und skandalöses Verhalten zu unterlassen und den Bewerbungsablauf für alle Schüler und Schülerinnen gleich zu gestalten. "Alle interessierten Schüler und Schülerinnen, die sich auf einen Ausbildungsplatz bei der Deutschen Telekom AG bewerben wollen, müssen die gleichen Chancen und Rechte haben", sagte Manfred Doppler. Daher fordert die ver.di Jugend, dass zusätzlich zu einer elektronischen Bewerbung auch die schriftliche Bewerbung gleichwertig akzeptiert wird. Quelle: ver.di Bayern |












