17 | 08 | 2018

Ende 1889 berief die US-Regierung unter Benjamin Harrison die Erste Panamerikanische Konferenz ein, die den Ausgangspunkt für den „Panamerikanismus“ darstellte, bei dem es schon damals in Wirklichkeit um die wirtschaftliche und politische Herrschaft der USA, angeblich aber um die „Einheit des Kontinents“ ging. Er war die Aktualisierung der Doktrin von James Monroe vom 2. Dezember 1823, einem Zeitpunkt, an dem der US-Kapitalismus an seiner imperialistischen Phase angekommen war.

José Martí, ein außergewöhnlicher Zeuge beim Entstehen dieses imperialistischen Monstrums schrieb damals anlässlich jener Konferenz aus dem Schlund des Raubtiers in seiner Funktion als Konsul Uruguays in der argentinischen Zeitung La Nación, dass „es seit der Unabhängigkeit in Amerika nie eine Angelegenheit gegeben hat, die mehr Vernunft erfordert, uns zu größerer Wachsamkeit verpflichtet und eine klarere und genauere Überprüfung erfordert, wie die, zu der die mächtigen Vereinigten Staaten voller unverkäuflicher Produkte und entschlossen ihre Herrschaft in Amerika auszudehnen und die weniger mächtigen amerikanischen Nationen, die durch den freien und nützlichen Handel an die europäischen Völker gebunden sind, dazu zu bringen, sich gegen Europa zu wenden und die Verträge mit der übrigen Welt aufzukündigen. Das spanische Amerika war in der Lage sich vor Spanien zu retten. Jetzt, nachdem man mit juristischen Augen Vorgeschichte, Ursachen und Faktoren für diese Einberufung gesehen hat, drängt es zu sagen, denn dies ist die Wahrheit, dass für das spanische Amerika die Stunde gekommen ist, seine zweite Unabhängigkeit zu erklären“.

Seine weitsichtige Intuition, sein politisches Genie und sein scharfes Denken haben ihm Recht gegeben. Zwischen 1899 und 1945, bei acht ähnlichen Konferenzen, drei Beratungstreffen und verschiedenen Konferenzen zu speziellen Themen, etablierte sich immer mehr das fortschreitende, wirtschaftliche, politische und militärische Eindringen der USA in Lateinamerika, bis 1948 bei der Internationalen Amerikanischen Konferenz von Bogotá zwischen dem 30. März und dem 2. Mai, während der der beim Volk sehr beliebte liberale kolumbianische Führer Jorge E. Gaitán ermordet wurde, die OAS gegründet wurde. Die Ermordung Gaitáns führte zu einem großen Aufstand, der brutal unterdrückt und unter dem Namen Bogotazo bekannt wurde. Er diente dazu, den Kurs und die Ergebnisse der Konferenz zu manipulieren, indem die USA die Bedrohung hervorhoben, die für die Demokratie der Aufschwung der Sowjetunion und des Kommunismus bedeuteten, die sie für die Toten des Aufstandes verantwortlich machten.

Das ist die Geschichte und die kann niemand verändern. Die Organisation Amerikanischer Staaten wurde geboren, um sich in eine ideales juristisches Instrument für die Herrschaft der USA über den Kontinent zu verwandeln. Dies hat gerade noch einmal Außenminister Mike Pompeo am Montag bei der 48. Sitzung der Generalversammlung mit seiner Rede bewiesen. Mit dieser Rede der Einmischung gab der Chef der US-Diplomatie die Befehle, Venezuela zu isolieren und wies die Region an, die Beziehungen zur rechtmäßigen Regierung von Nicolás Maduro abzubrechen, genauso wie dies mit Kuba zu Beginn der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts geschah und von Nicaragua „demokratische Reformen“ zu fordern, indem sie der Regierung von Daniel Ortega für die Toten der gewaltsamen Unruhen in diesem Land die von gegen ihn gerichteten Gruppen organisiert wurden, die Schuld gibt.

Auf Kuba eingehend sagte Pompeo: „Als demokratische Gesellschaften müssen wir die Jugendlichen Kubas und anderen Teilen der Hemisphäre in ihren Hoffnungen auf einen demokratischen Wandel unterstützen“. Aber eben dieses Kuba erhob sich über die OAS und mit ihm alle Völker Amerikas, voran ihre Jugend, und hat darauf wie Martí damals 1889 reagiert. „Warum sollen die Besten der Jugend in die Schlacht gehen, die die Vereinigten Staaten gegen den Rest der Welt vorbereiten?“

Die diplomatische Rhetorik der OAS relativiert die Postulate über Unabhängigkeit und Souveränität der Länder, die Menschenrechte und die Rechte der Völker, zu denen das Prinzip der Nicht-Einmischung irgendeines Staates in die inneren Angelegenheiten eines anderen gehört; sie werden zu hohlen Worten angesichts ihrer umfangreichen blutigen Geschichte. Für die USA muss die OAS am Leben bleiben, damit sie die Region spalten können und deren einzige unausweichliche und wahrhafte historische Bestimmung aufhalten kann: die martianische und bolivarische Integration ihrer Völker.

ZUSAMMENFASSUNG DER OAS ROADMAP

- 1954 drangen von der CIA organisierte Söldnertruppen in Guatemala ein, die die Regierung von Jacobo Arbenz stürzten. Die OAS verabschiedete zuvor eine Resolution mit der Variante der kollektiven regionalen Intervention in offenen Verletzung ihrer Charta und der der UNO.


- Die OAS hat nicht ein Wort zu der Invasion Kubas bei Playa Girón 1961 gesagt.

- April 1965: Yankee Marines landen in Santo Domingo um den Sieg der konstitutionellen Volksbewegung über die militaristische Reaktion zu verhindern. Es war dies die erste kollektive Intervention in einem Land unter dem Siegel der OAS.
- Sie schwieg zum Tod von Salvador Allende und angesichts der Morde und des gewaltsamen Verschwindenlassens von Zehntausenden Südamerikanern in der Zeit der düsteren Operation Condor.

- Sie förderte nicht den Frieden in Mittelamerika während der 80 er Jahre in einem Konflikt, der fast 100.000 Tote forderte.

- Sie unterstützte nicht die Untersuchungen zur Aufklärung des verdächtigen Todes von General Torrijos in Panama.

- Der März1982 brachte die britische Intervention, die zum Malwinen Krieg führte. Es war dies die erste Aggression einer Macht außerhalb des Interamerikanischen Systems, die, laut Interamerikanischem Vertrag zur Gegenseitigen Hilfe – TIAR (ein weiteres Herrschaftsorgan, das von einer von Washington geltend gemachten angeblichen Solidarität auf dem Kontinent gestützt wird) zur Solidarität des Kontinents mit dem Angegriffenen führen sollte. Und? Die USA unterstützten Großbritannien militärisch und verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Argentinien.

-          Oktober 1983: Ein Militärputsch stürzte den Premierminsier Grenadas Maurice Bishop, der ermordet wurde. Auch nach Grenada sandten die USA eine Invasionstreitmacht von 1.900 Marines. Wieder hat das Prinzip der Nichteinmischung jegliche Gültigkeit verloren.

-          - Die OAS schwieg angesichts der Invasion in Panama 1989.

- Die Demokratische Charta von 1992 erhob die Auferlegung des Unipolarismus über die Region zu einem Vertrag d.h. die OAS hat angesichts des Militärputsches in Haiti ihr Gesicht nicht verändert, mit dem im Februar 2004 Präsident Jean Bertrand Aristide des Amtes enthoben wurde und demonstrierte den gleichen Grad an Unfähigkeit und Fäulnis.
- Die OAS war Garant des Putsches in Venezuela im April 2002, mit dem Comandante Hugo Chávez entmachtet werden sollte.

- Sie sah dem Staatstreich gegen die Regierung von Manuel Zelaya in Honduras 2009 ruhig zu.

- 2010 sah sie ebenfalls über den Versuch eines Staatsstreichs in Ecuador gegen Rafael Correa hinweg.
- Die OAS und ihr Generalsekretär Luis Almagro unterstützen heute die Politik der Vereinigten Staaten gegen Venezuela und Kuba.

Quelle:

Granma Internacional


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