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Die fliegenden Schuhe von Bagdad |
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Irak
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Donnerstag, den 18. Dezember 2008 um 08:09 Uhr |
Wie Lenin in seiner Schrift gegen Trotzki und Bucharin („Noch einmal über die Gewerkschaften“, LW 32) darlegte, ist ein Gegenstand wie etwa ein Glas – abgesehen von der geometrischen Form und seiner vorhandenen oder eingebüssten Eignung zum Trinkgefäss, die seiner Erzeugung zugrunde lagen – in seinem Begriff so allseitig und unerschöpflich wie das Leben selbst zu fassen. Denn ein Gegenstand wird im Leben durch hundert konkrete Faktoren dazu bestimmt, von der Hand gewiesen oder in die Hand genommen zu werden, zum Beispiel als Briefbeschwerer, Behälter für Schmetterlinge oder als Wurfgeschoss.
Ein philosophisch ähnlich gelagerter Fall ist nun in Bagdad eingetreten. Nach dem fliegenden Teppich schenkt der einfallsreiche Orient der Welt damit eine neue spannende Erzählung vom Journalisten, der die Stumpfheit seiner Waffen gegenüber den grausamen gegnerischen nicht hinnehmen mochte.
Von Kopf bis Fuss eine journalistische Meisterleistung
Al-Saidi hält die islamfeindliche Kopftuch-Offensive mit einem ernst zu nehmenden Gegenstoss in Schach und senkelt den Gegner hinunter auf unter Knöcheltiefe. Er setzt nach nach dem Krieg der Karikaturen neue Akzente auf dem ideologischen Schlachtfeld und räumt mit altbekannten Verleumdungen auf, wonach die Araber im Angesicht des Feindes sich feig aus dem Staub machen und kampflos ihre Schuhe im Sand zurücklassen würden. Der beschuht daherkam, verliess die Arena barfuss und als Sieger. Al-Saidi hat uns gelehrt, die Schuhe zu gebrauchen, solange wir noch welche tragen.
Beflügelt mit Sohlen
Seine Zaubersohlen hat er zu einem Flügelpaar verwandelt. Er hat dem Sturm der Empörung gegen das mörderische Besatzerpack kraftvolle Schwingen verliehen, die ihn in die ganze Welt hinaus tragen, ihn zu entfesseln, wo er in Ketten liegt. Überall werden spontan Schuhwürfe auf Bushbilder organisiert. Amerikanische Besatzer werden regelmässig mit Schuhen beworfen. Diese Geschichte wird lange über unsere Tage hinaus weitererzählt werden.
Von der weltweiten Popularität des Schuhwerfers zeugen schon heute auch Internetspiele wie das “Bush-Game” auf der norwegischen Website: http://www.kroma.no/2008/bushgame/
Quelle: kommunisten.ch
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