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Israel hat seine Botschafter beauftragt, hohe Vertreter der USA, der Vereinten Nationen, der Europäischen Union und Ägyptens zu bitten, den Druck auf Syrien und Libanon zu erhöhen, um die nächste Flottille für Gaza aus dem Libanon zu stoppen. Israel nennt die Hilfsflotte eine »Provokation«, da es jüngst die Blockade gelockert habe, um lebensnotwendige Güter in den Gazastreifen zu lassen. Es wird angenommen, dass Syrien bei der Organisation hilft. Außerdem vermutet Israel, dass auch die Hisbollah in die Vorbereitung der Flottille verwickelt ist.
Offiziell steht hinter der Flottille der Geschäftsmann Yasser Kashlak. Erst kürzlich versuchte er eine Hilfsflotte loszuschicken, es kam jedoch zu Komplikationen. Die zwei Schiffe sollen jetzt Ende dieser Woche von der libanesischen Stadt Tripoli aus, 70 Kilometer nördlich von Beirut, ablegen.
Israel hat seine Diplomaten darüber informiert, dass diese Flottille eine besondere Provokation sei, da sie von einem Land komme, in das Israel einige Jahre zuvor noch einmarschiert ist und als »Feind« bezeichnet hat.
Letzte Woche hat Ägypten gemeinsam mit Israel dafür gesorgt, dass die libyschen Hilfsgüter über Ägypten in den Gazastreifen gelangen. Israel hofft, dass dasselbe jetzt auch passiert.
Bis heute behält Israel die drei Schiffe der Flottille, die durch die traurige Erstürmung bekannt wurde, in seiner Gewalt. Solange es keine Garantie dafür gäbe, dass die Schiffe nicht in einer nächsten Hilfsflotte verwendet werden, werde Israel sie nicht zurückgeben, so ein Sprecher. Die Türkei, aus der die Organisatoren der Hilfsflotte kamen, fordert Israel hingegen auf, die Schiffe an einen türkischen Hafen anlegen zu lassen. Diese Forderung blieb bisher unbeantwortet.
Hinzu kommt, dass sich Israel immer noch weigert, sich für die Ermordung der neun Aktivisten zu entschuldigen. Die Spezialeinheiten seien zuerst angegriffen worden. Hätten die Passagiere die Befehle sofort befolgt, wäre niemand verletzt worden, behauptet Israel. IHH, die Organisation, von der die Initiative für die Flottille ausging, zieht in Erwägung Israel für tödliche Erstürmung international anzuklagen. Die NGO hat viele internationale Anwälte und Juristen zu einer Besprechung eingeladen. Die Gästeliste beinhaltet Juristen aus 25 verschiedenen Ländern. Neben israelischen sind auch britische, US-amerikanische, ägyptische und indonesische Juristen vertreten.
In der Zwischenzeit haben US-amerikanische Aktivisten bekannt gegeben, mit einem Schiff namens »Audacity Of Hope« nach Gaza zu fahren. Das Schiff wurde nach einem Werk des US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama benannt (zu Deutsch: »Hoffnung wagen«).
Martin Bronstein, Palestine News Network / RedGlobe
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