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Massaker im Mittelmeer: Proteste weltweit | Drucken |  E-Mail
Palästina
Dienstag, den 01. Juni 2010 um 10:55 Uhr

Zeichnung der Tageszeitung Granma, 1. Juni 2010Fünf der offenbar elf deutschen Aktivisten, die an Bord der von Israel gewaltsam geenterten Freiheits-Flottille gewesen waren, sind heute morgen nach Deutschland zurückgekehrt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts teilte mit, unter diesen seien auch die Bundestagsabgeordneten der Linksfraktion, Inge Höger und Annette Groth. Unterdessen forderte Bundesaußenminister Guido Westerwelle von Israel Aufklärung über das Schicksal der sieben anderen deutschen  Staatsangehörigen, die unter den Aktivisten waren. Noch habe die deutsche Botschaft in Tel Aviv keine verlässlichen Informationen über ihren Verbleib und keinen Zugang zu ihnen.

Unterdessen hat der UN-Sicherheitsrat in New York den völkerrechtswidrigen Piratenakt Israels in internationalen Gewässern verurteilt. Allerdings fiel die Erklärung des Gremiums schwächer aus, als von den Palästinensern, den arabischen  Staaten und der Türkei gefordert worden war. Bei der Sondersitzung gestern abend nannte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu den israelischen Militäreinsatz »staatlichen Mord« und Piraterie. Der palästinensische Beobachter bei den Vereinten Nationen, Rijad Mansur, warf den israelischen Streitkräften Kriegsverbrechen vor.

Den israelischen Behörden zufolge wurden von den 671 Menschen an Bord der Hilfsflotte rund 50 bereits zum Flughafen gebracht, um sie abzuschieben. Andere hätten sich geweigert, ihre Namen zu nennen und müssten daher in Haft bleiben.

Bei dem Einsatz gegen sechs Schiffe in internationalen Gewässern wurden mindestens neun Menschen getötet und Dutzende verletzt. Andere Angaben gingen sogar von bis zu 20 Ermordeten aus. Das Massaker hat weltweit für Empörung und Proteste gesorgt. Die Kampagne »Free Gaza« erklärte, es seien bereits zwei weitere Schiffe auf dem Weg in die Region. Das Frachtschiff »Rachel Corrie« und ein weiteres Schiff - offenbar die »Challenger II« - mit etwa 35 Menschen an Bord würden in zwei Tages erwartet. Auch sie wollten versuchen, die Blockade zu durchbrechen.

Die venezolanische Regierung hat das »brutale Massaker« energisch verurteilt. In einer offiziellen Erklärung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez heisst es, der Angriff der Staates Israel sei eine kriegerische Handlung gegen wehrlose Zivilisten gewesen, die humanitäre Hilfe für das palästinensische Volk in Gaaza transportierte. Die Blockade des Gazastreifens durch Israel sei verbrecherisch. »Präsident Hugo Chávez drückt im Namen seiner Regierung und des venezolanischen Volkes seine tiefe Trauer aus und übermittelt den Familien und Angehörigen der Helden, die Opfer dieses staatlichen Verbrechens wurden, sein Beileid. Er verpflichtet sich, ihr Andenken zu ehren und die notwendige Hilfe zu leisten, damit die Verantwortlichen für diese Morde hart bestraft werden«, heisst es in der vom venezolanischen Außenministerium in Caracas verbreiteten Erklärung.

Auch das kubanische Außenministerium verurteilte das Massaker scharf. In der heute von der Tageszeitung Granma unter dem Bild einer von einem israelischen Dolch erstochenen Friedenstaube veröffentlichten Erklärung heisst es: »Das Außenministerium verurteilt energisch diesen hinterhältigen und verbrecherischen Angriff der Regierung Israels und ruft die internationale Gemeinschaft und die friedliebenden Völker auf, von den israelischen Behörden die sofortige Aufhebung der gegen das palästinensische Volk im Gazastreifen gerichteten illegalen, schonungslosen und völkermörderischen Blockade zu verlangen.« Die kubanische Regierung unterstreicht noch einma ihre Unterstützung für den gerechten Kampf des palästinensischen Volkes um die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates mit Jerusalem als Hauptstadt.


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Kommentare 

 
+2 #1 2010-06-01 13:43
Also die ARD relativiert das Verbrechen bereits. http://www.tagesschau.de/kommentar/israel874.html

Und es werden in der Doppelhülle eines der Schiffe vermutlich auch noch Waffen gefunden werden - oder ein Bausatz für eine schmutzige Bombe. Denn der Verbrecher ist natürlich nicht das Apartheidsregim e in Israel.
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