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Palästina
Montag, den 19. Juli 2010 um 11:18 Uhr

Hamas und FatahSeit den blutigen Kämpfen zwischen Anhängern der Hamas und der Fatahbewegung im Gazastreifen fanden auch Gespräche über eine Beilegung des Streits statt. Die Versöhnung nach den Kämpfen sollte alle Palästinenser betreffen, doch seitdem hat die Hamasbewegung ihre Forderungen erhöht und die Versöhnung rückt in immer weitere Ferne.

Die neuen Forderungen waren sehr deutlich in den von der Hamas kontrollierten Medien zu erkennen, wie auch an aktuellen Statements von Hamasführern. Die Hamas spricht, als wären alle anderen Schuld an den stockenden Versöhnungsgesprächen und als ob sie die einzigen seien, die wirklich eine Beilegung des Streits wollen. Es ist nicht schwer erkennbar, dass solche Aussagen Hand in Hand gehen mit dem allgemeinen Konsens der Menschen über die Hamas. Sie glauben, dass die Hamas den Palästinensern nicht viel hilft, sondern, dass sie sich weiter ausbreiten wollen um ihre lokalen Ziele durchzusetzen.

Als sich die israelische Stürmung der Hilfsschiffe für Gaza, die die Blockade des Gazastreifens durchbrechen wollten, ereignete, reagierte die Welt mit Abscheu und die palästinensische Befreiung wurde international attraktiver. Es geschah jedoch auch etwas anderes, und zwar begannen Versöhnungsgespräche unter den Palästinensern. Deutlich wurde dies bei dem letzten Besuch in Gaza von Amr Moussa, Generalssekretär der Arabischen Liga. Aussöhnung der beiden Parteien war Moussas Hauptanliegen während seines Besuches. Er hat sich mehrmals mit dem abgesetzten Premierminister der Hamas Ismail Hanyaa getroffen und auch mehr als einmal mit ihm telefoniert, nachdem er Gaza verlassen hat.

Wie immer dachte die Hamasbewegung, dass die Sympathie der Welt der eigenen Bewegung gilt und nicht den Bewohnern Gazas als menschliche Wesen. Daher beharrten sie auf der Erhöhung ihrer Forderungen, um einer nationalen Aussöhnung zuzustimmen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Hamas meint, die internationale Unterstützung gelte ihren eigenen Zielen und ihrer inkompetenten Politik, die sie in Gaza betreibt. Zusätzlich zu ihrer Besitz ergreifenden Mentalität und ihrem militaristischen Charakter versuchen sie uns klarzumachen, dass sie die einzigen Unterstützer von Demokratie seien und fordern Wahlen.

Seltsamerweise weiß die Hamas aber, dass jeder, der internationale Unterstützung für seine eigenen Ziele und Interessen gewinnen will, zeigen muss, dass er fähig ist ein Land zu regieren. Das beinhaltet auch, damit aufzuhören politische Gefangene zu machen und die Verfolgung von Fatah-Mitgliedern und -Führern zu stoppen. Obwohl die Hamas das weiß, hat sie diese Politik fortgesetzt, sodass sogar führende Mitglieder in der Spitze der PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation) festgenommen wurden.

Wer die Unterstützung der palästinensischen Bevölkerung gewinnen will, muss damit aufhören alles zu diffamieren, was nicht seiner eigenen Meinung entspricht. Auch dem Schmuggel an den Grenzen muss Einhalt geboten werden, er schadet der Bevölkerung Gazas. Sie müssen aufhören über Gaza als einen einzigen Staat zu denken. Wir sind schließlich auch noch hier im Westjordanland, und das unter täglicher Besatzung.

Hamas, ihr braucht die internationale Unterstützung, nicht vice versa! Ihr müsst also aufhören ein politisches Spiel aus dem Konflikt zu machen. Das bedeutet, dass sich viele eurer politischen Handlungen und Medien ändern müssen und gleichzeitig müsst ihr damit aufhören eure ehemaligen Landesgenossen niederzumachen.

Ihr müsst wissen, dass ihr nicht unsere Feinde seid, sondern, sobald ihr bewiesen habt, dass ihr nicht nur nach Macht strebt, unsere Freunde. Zeigt uns, dass ihr eine echte politische und widerstandsfähige Fraktion seid und uns dabei helft gegen die Besatzung anzukämpfen. Wir brauchen nicht noch mehr interne Spaltungen. Was uns Palästinensern in der Vergangenheit angetan worden ist, ist schon genug.

Fadi Abu Sada, Direktor - PNN
Quelle: Palestine News Network / RedGlobe


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