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Menschenhändler jubelt wieder | Drucken |  E-Mail
USA
Dienstag, den 24. Februar 2009 um 12:21 Uhr
Medienberichten zufolge ist der frühere kubanische Amateurboxer Guillermo Rigondeaux in Miami aufgetaucht. »Arena Boxpromotion« in Hamburg bestätigte, dass er dort einen Vertrag bei der Organisation unterzeichnet habe. Unklar ist bislang, wie Rigondeaux nach Miami gekommen ist und ob dies freiwillig geschah. »Arena« hielt sich zunächst mit Details zurück: »Auf einer Pressekonferenz in Miami werden wir nächste Woche weitere Details bekannt geben sowie Fragen beantworten.«

Bereits im Sommer 2007 hatte sich Rigondeaux zusammen mit seinem Mannschaftskollegen Erislandy Lara während der Panamerika-Spiele in Brasilien von der Mannschaft abgesetzt. Während »Arena« bereits damals jubelte, kehrten Rigondeaux und Lara kurz darauf nach Hause zurück. Damals hatten die beiden Sportler in einem Interview mit der Tageszeitung »Granma« über die fragwürdigen Methoden der »Box-Mafia« (Fidel Castro) berichtet: »An dem Tag, als wir losgegangen waren, um einige Sachen einzukaufen, eine Play-Station, Kleidung für uns und unsere Kinder, wurden wir auf dem Weg von einem Kubaner angesprochen, der sich Alexis nannte, und mit einem weiteren unterwegs war. Während des Wegs zu den Geschäften luden sie uns zu Getränken ein, aber wir haben nicht angenommen. Doch als wir im Geschäft gewesen waren und die Play-Stations und andere Dinge gekauft hatten, sind wir mit ihm in eine Bar gegangen und haben dort begonnen, zu trinken. Wir haben Red Bull mit Wodka getrunken und dann sind wir von dort woanders hingegangen, in ein Cabaret.« Dort hätten sie die Zeit vergessen: »Sie luden uns zu Frauen ein und wir, die am nächsten Tag kämpfen sollten, hatten Angst, ins Dorf zurückzukommen, denn wir hatten schon etwas gegessen und hatten Angst, wegen zu hohen Gewichts zu verlieren, denn das ist im Boxen eine zu schwere Strafe, und deshalb sind wir mit ihnen mitgegangen.«

Auch auf Nachfragen der Journalistin Julia Osendi bestand Lara damals darauf, in erster Linie aus Angst vor den Folgen ihrer Disziplinlosigkeit mit dem fremden Kubaner mitgegangen zu sein. Auch Rigondeaux stellte den Ablauf des Abends ähnlich dar: »Wir hatten Angst, zurückzukommen, denn es fehlte schon die Zeit, um noch das Gewicht zu senken, wir würden wegen des Gewichts verlieren, und das bedeutet eine harte Strafe und eine schwere Unehre für die kubanische Mannschaft. Wir hatten Angst zurückzukommen und sind weiter mit ihnen mitgegangen. Deshalb konnte uns die Polizei nicht finden, denn wir sind an verschiedenen Orten gewesen, einen Tag waren wir hier, dann sind wir am nächsten Tag an einen anderen Ort gefahren und die Polizei war für die Spiele in Rio konzentriert.«

Fidel Castro hatte nach dem damaligen »Verschwinden« der beiden Sportler den passenden Kommentar parat: »In Deutschland gibt es eine Mafia, die sich der Auswahl, dem Kauf und der Förderung kubanischer Boxer bei internationalen Wettkämpfen widmet. Sie verwendet ausgeklügelte psychologische Methoden und viele Millionen Dollar.«

Kubanische Medien haben bislang nicht auf den zweiten Verrat des Herrn Rigondeaux reagiert.

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