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Nobelpreis - wofür? | Drucken |  E-Mail
USA
Samstag, den 10. Oktober 2009 um 01:07 Uhr
US-Präsident Barack Obama erhält den diesjährigen Friedensnobelpreis - "für seine außergewöhnlichen Bemühungen zur Stärkung der internationalen Diplomatie und zur Zusammenarbeit zwischen den Völkern", wie es das Nobelpreiskomitee in Oslo formulierte. Gemeint waren vermutlich die Bombenangriffe in Afghanistan, denen fast täglich Zivilisten zum Opfer fallen. Oder die noch immer nicht erfolgte Schließung des US-Gefangenenlagers Guantanamo. Oder die Aufrechterhaltung der verbrecherischen Blockade der USA gegen Kuba. Oder die Errichtung von sieben US-Militärbasen in Kolumbien. Oder die Verwicklung des Pentagons in den Putsch in Honduras. Oder den noch immer nicht erfolgten Abzug der USA aus dem Irak.

Nein, gemeint ist eine "Vision", so die Nobelpreisverleiher. "Das Komitee hat dabei besonderes Augenmerk auf Obamas Vision und seine Arbeit für eine Welt ohne Atomwaffen gelegt", heißt es in Oslo. Warum gibt es den Preis dann nicht für die internationale Friedensbewegung? Oder für den damaligen KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow, der bereits 1985 einen konkreten Plan vorgelegt hatte, die Erde bis zum Jahr 2000 von Atomwaffen zu befreien? Ach so, der hatte den Preis ja schon 1990 bekommen, wenige Monate vor der auch von ihm zu verantwortenden Auflösung der Sowjetunion.

Obama steht als Preisträger in einer Reihe mit Leuten wie seinem Amtsvorgänger James Carter, der u.a. den Olympia-Boykott gegen die Sommerspiele 1980 und die US-Unterstützung für die antikommunistischen Terrorbanden in Afghanistan zu verantworten hatte.Oder Frederik Willem de Klerk, dem letzten Regierungschef des südafrikanischen Apartheidregimes (er erhielt den Preis damals gemeinsam mit Nelson Mandela). Oder mit Tenzin Gyatso (Künstlername: Dalai Lama) für seine Versuche, China separatistisch zu zerstückeln. Oder Lech Walesa, der schon 1983 für seinen Kampf für die Zerschlagung des Sozialismus geehrt wurde.

Dieser Friedensnobelpreis ist ein Preis für das Lächeln des Imperialismus. Verdient hätten ihn alle, die sich von den verschiedenen Visagen des Imperiums nicht täuschen lassen.

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